Sweet Tooth # 3: Die Flucht

Sweet-Tooth-Band-3_Die-Flucht Mit dem vorliegenden Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben # 12-17.

Jeff Lemire kann derzeit angehen, was er möchte. Es wird ein Erfolg. Dies stellt er einmal mehr mit Band # 3 seiner auf 40 Ausgaben limitierten Serie unter Beweis.


Auch mit dieser Story bleibt er seinem bisherigen Erzählmuster treu. Seine gut herausgearbeiteten und konzipierten Charaktere sowie insbesondere deren Entwicklung tragen die Handlung im Wesentlichen. Hinzu kommen ein paar überraschende Wendungen und ein gekonnt gesetzter Cliffhanger.
Gus ist längst nicht mehr der naive, fast schon einfältige, Junge vom Beginn dieser Serie. Fremden gegenüber ist er misstrauisch geworden und für Johnny, einem Jungen mit Schweinegesicht, nimmt er im Laufe der Story die Rolle des großen Bruders ein. Gus passt auf ihn auf und versucht ihn, auf der gemeinsamen Flucht zu schützen.
Die Flucht aus dem Militärlager ist allerdings zum Scheitern verurteilt. Längst hat auch Gus bereut, dass er nicht in der Waldhütte seines Vaters geblieben ist, wie er es eigentlich seinem Vater am Sterbebett versprochen hatte. Was Gus nicht wissen kann, ist, dass Dr. Sing, einer der letzten noch lebenden Mediziner, diese Hütte und darin Beweise gefunden hat, die eindeutig belegen, dass Gus nicht nur der erste Hybrid war, sondern auch unmittelbar in die Ereignisse um die apokalyptische Seuche verwickelt ist. Für den Leser ist dies keine neue Erkenntnis, aber dass dieses Wissen zum Militär gelangt ist, gibt der Serie eine zusätzliche Würze.
Jepperd dagegen wird von seinem schlechten Gewissen geplagt. Er hat Gus an das Militär „verkauft“ und hierfür die sterblichen Überreste seiner Frau erhalten. Nach ihrer Beerdigung geht Jepperd zur Rettung von Gus ein gefährliches Bündnis ein. Als er dann etwas aus seiner Vergangenheit erfährt, droht er zu zerbrechen. Lemire schildert dies in wenigen Panels, aber mit einer solchen Intensität, dass es dem Leser den Atem raubt.
Natürlich darf auch diesmal ein Schuss Mystery nicht fehlen. Gus träumt von Alaska, wo er offenbar einen Teil seiner Kindheit verbracht hat, ohne sich bisher daran erinnert zu haben. Diesen Traum teilt er zu seiner Überraschung mit Jepperd, der ebenso verdutzt ist. Diese fast parallel verlaufenden Panels belegen, dass sich Gus und Jepperd charakterlich langsam annähern, ohne dass Gus Jepperd schon verzeihen würde. Allein dies zu lesen, lohnt den Kauf des Bandes.
Ich weiß noch nicht, wohin uns Lemire mit seiner Serie führen wird, aber ich bin mir sicher, dass ihr die Leser den Kult Status verleihen werden, den sie verdient und in einem Atemzug mit Y the last man nennen werden.

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