Swamp Thing # 2: Familiäre Fäule

 Mit dem vorliegenden Band veröffentlicht Panini Swamp Thing # 8-12, Swamp Thing # 0 sowie Animal Man # 12.

Die Dark Schiene der New 52 bereitet sich auf ein erstes Crossover vor. Das Rot, vertreten durch den Animal Man, und das Grün, vertreten durch das Swamp Thing, werden von der Fäule herausgefordert.

Dreiecksverhältnisse sind nicht nur im realen Leben, sondern auch im Comic kompliziert. Das Rot, das Grün und die Fäule stehen zwar in einer Art Konkurrenz zueinander, aber grundsätzlich in einem gesunden Gleichgewicht. Doch hin und wieder unternimmt die Fäule erhebliche Anstrengungen Mutter Erde für sich einzunehmen und die Welt zu erobern. Das Rot und das Grün wollen das naturgegeben verhindern.

Jeff „Sweet Tooth“ Lemire und Scott „American Vampire“ Snyder sind die erfolgreichen Architekten dieses Crossover, das sehr sorgsam vorbereitet wird. Dass dies so reibungslos gelingt, liegt daran, dass Lemire sowohl Swamp Thing, als auch Animal Man schreibt und er bei Swamp Thing mit Scott Snyder auf einen versierten Co-Autor zurückgreifen kann.

Beide Helden haben genüg Gemeinsamkeiten und auch wieder genügend unterschiedliche Charakterzüge, um die Story zu prägen. Animal Man will primär seine Familie schützen, denn seine Tochter, die über bedeutend mehr Macht verfügt als er, ist ein Primärziel der Fäule. Swamp Thing wird von seiner Liebe, Abby Arcane, unterstützt, die wiederum die Nichte von Anton Arcane, einem Hexer ist.

Beide Helden sind sich nach reiflicher Überlegung ihrer Bestimmung bewusst und stellen sich ihrem Schicksal, das in keiner geringeren Aufgabe besteht, die Welt, die mehr und mehr von der Fäule erobert wird, zu retten. Dies gelingt kaum, denn Lemire und Snyder sorgen (noch) stets dafür, dass die Fäule einen Schritt voraus ist. Jedes Mal, wenn die Helden (und damit auch die Leser) glauben, gepunktet zu haben, scheint die Fäule dies vorausgeahnt und –geplant zu haben. Es folgt dann regelmäßig ein Gegenschlag, der die Helden zurückwirft. Immerhin besteht doch noch Hoffnung für das Parlament der Bäume, das sich langsam doch noch davon geholt, dass es niedergebrannt wurde.

Ebenso bereichert es die Story, dass Lemire und Snyder es verstehen, die Nebencharaktere einzubinden und ihnen eine eigene Handlungsweise und so eine eigene Bestimmung für die Story zu verleihen. Dies ist zweifellos eine Entwicklung der letzten Monate, in denen Nebencharaktere generell und verlagsübergreifend mehr Spielraum eingeräumt hat – eine Entwicklung, die nicht positiv genug einzuschätzen ist.

Grundsätzlich bin ich kein Freund davon, wenn Stories serienübergreifend veröffentlicht werden. Der vorliegende Band beinhaltet u.a. Animal Man # 12, aber wegen des Crossover hat Panini hier keine Wahl. Außerdem gibt es mit Jeff Lemire als Autor eine „weitere Klammer“, die diese Art der Veröffentlichung nahe legt.

Swamp Thing # 0 liefert eine Variante der Origin zu Swamp Thing, die ich aber nicht als Konkurrenz zu der bereits erzählten Story, sondern vielmehr als Ergänzung sehen würde.

Lemire und Snyder beweisen mit Swamp Thing, das das Horror- und das Superhelden- Genre als Mix durchaus funktionieren und die Comic-Landschaft bereichern können, wenn die Story auf solch hohem Niveau erzählt werden.

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