Unwritten # 1

 Tom Taylor dient als Vorlage eines Charakters einer Romanserie seines verschollenen Vaters. Sein Geld verdient Tom folglich aus dem Verkauf der Bücher selbst sowie mit der Vermarktung der Serie und insbesondere des fiktiven Charakters im Internet, Filmen und Merchandise Produkten. Als er auf einer Lesung nach seiner wahren Identität gefragt wird, werden seltsame Ereignisse in Gang gesetzt und Tom Taylors eigentlich langweilige Welt droht, in ein Chaos abzurutschen.

Mike Carey ist als Autor zahlreicher Superheldenserien bekannt geworden. Dabei reicht seine Bandbreite von genial bis belanglos. So ging ihm am Ende seines Hellblazer Runs ein wenig die Puste aus.

Mit Unwritten legt Carey eine Serie vor, die er selbstständig von Grund auf konzipiert hat. Offenbar scheint ihm dies zu liegen, denn Unwritten beginnt genial. Parallelen zu Harry Potter sind gewollt und kaum zufällig. Sie werden sogar offen angesprochen, aber sind für den Plot an sich nicht wirklich relevant.

Dass dieser Plot so gut funktioniert, liegt vielmehr daran, dass Carey zeigt, wie dünn die Trennlinie zwischen Realität und Fiktion sein kann und dass sie oft in beiden Richtungen überschritten wird.

Tom Taylor selbst wandelt auf einer ebenso dünnen Linie zwischen dem Helden einer Generation und einem Betrüger. Wer oder was er wirklich ist, offenbart Cary im vorliegenden Band, der die Ausgaben # 1-6 seiner Serie veröffentlicht, natürlich noch nicht, aber er legt Spuren in jede mögliche Richtung. Taylor wird vom Vollstrecker einer geheimnisvollen und mächtigen Organisation verfolgt, die die Literaten schon seit langer Zeit überwacht, lenkt und fremdbestimmt. Somit steuert diese Organisation auch den Erfolg oder Misserfolg eines Autors. Dies schildert Carey am Beispiel von Rudyard Kipling, der sehr unterschiedliche Werke geschrieben hat.

Die Ereignisse um Tom Taylor bringt Lizzie Hexan ins Rollen. Völlig offen ist, ob sie Tom helfen oder ihn nur manipulieren will.

Mit Unwritten veröffentliche Panini eine Serie, die spannend und außergewöhnlich zugleich ist und so die Lücken füllen kann, die die programmgemäß beendeten Serien wie Sandman, Y the last man, 100 Bullets, Loveless oder auch Exterminators zwangsläufig hinterlassen haben.

Als Leser ist man ständig herausgefordert zu knobeln, was es nun mit der wahren Identität Tom Taylors auf sich hat, wo sein verschollener Vater abgeblieben ist oder was die Antagonisten um die geheimnisvolle Organisation antreibt. Wichtig für die Serie ist der Schuss Ironie, mit der Cary erzählt und die ahnen lässt, worauf er wirklich hinaus will. Band # 2 ist mittlerweile ebenfalls erschienen.

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