Astrum Noctis

Astrum Noctis - Die Abtei der Geheimnisse Der Titel des vorliegenden Comics stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Stern der Nacht.

Die Handlung spielt in einer Abtei, die ein Geheimnis um eine untote Äbtissin birgt. Gleichzeitig ist in dieser Abtei eine Privatschule, die sich nur Reiche leisten können, untergebracht.

Florence flüchtet aus der Abtei. Auf ihrer Flucht wird sie vom Blitz getroffen und verfügt seitdem über die Gabe, in die Zukunft zu sehen.

Gemeinsam mit einer Freundin und einem Lehrer wollen sie das Geheimnis der Abtei ergründen.

Gezeichnet wurde der erste Teil des Comics von Sarah Burrini und von Eva Fairy, ihrer Cousine, geschrieben.

Natürlich war ich als Fan des Ponyhofs gespannt, wie Sarah an einen Comic herangeht, der eben nicht ihr genialer Dauerbrenner „Das Leben ist kein Ponyhof“ (wer‘s nicht kennt, sollte diesen Zustand dringend schnell ändern) ist. Dass Sarah über großes Talent verfügt, steht ja außerhalb jeder Debatte. Wie sie dann aber zeichnerisch den Comic umsetzt, sieht so aus, als habe sie bisher nie etwas Anderes gemacht. Mit viel Liebe zum Detail, die sich in wunderbaren Hintergründen (allein der erste Panel, der die Bibliothek zeigt sowie ständig wechselnden Perspektiven, ist ein Genuss) fängt sie die Atmosphäre einer Abtei zwischen historischem Gemäuer und Internat in stimmungsvollen schwarz-weiß Zeichnungen ein. Sicherlich ist die Story und auch das Setting an der Stelle ein wenig von Umberto Eco’s „Der Name der Rose“ (Kunststück, denn auch Eco ist Italiener und es gibt wesentlich schlechtere Werke, um sich inspirieren zu lassen) beeinflusst, denn auch hier wissen einige Mönche und Nonnen offenbar mehr als sie zu- bzw. preisgeben, auch wenn dies Leben kostet oder gefährdet. Ironische Anspielungen auf Twilight und Anlehnungen an Oliver Twist sind offenkundig und bereichern den Plot. Genial gelungen ist die Umsetzung der Visionen von Florence mit flüchtigen Bleistiftzeichnungen.

Der zweite Teil ist von Ambra Colombani gezeichnet. Ihr Zeichenstil hat mangaeske Einflüsse und reicht leider nicht ganz an Sarah‘s atmosphärische Dichte heran. Da jedoch der locker erzählte Plot so viel Spaß macht, ist dies nicht wirklich ausschlaggebend und eher Kritk auf hohem Niveau.

Der vorliegende Band schließt mit einem fiesen und gekonnt gesetzten Cliffhanger ab, so dass ich hoffe, dass dieser Comic bald fortgesetzt wird. ich bin mir sicher, dass uns Lesern Eva Fairy dann auch die teilweise nur angerissenen Charaktere näher bringen wird.

Dani Books veröffentlicht den vorliegenden Comic für den deutschen Markt. Leicht verwundert war ich, dass der Band nicht nummeriert wurde, obwohl er nach einer Fortsetzung schreit, denn der Plot lässt doch einige Fragen gerade um und über Florence, aber auch die anderen Charaktere, offen. Zum Plot gehören 2 lateinische Sprüche, von denen einer leider nicht übersetzt wurde, während ich den anderen anders übersetzt hätte. Doch hier ist wohl der Platz im Banner ausgegangen, den meine Übersetzung wahrscheinlich gesprengt hätte. Für die Freunde des Virtuellen gibt es zusätzlich zum Comic eine digitale Copy. Spaß macht auch das kleine Artbook, das den Band abschließt.

Astrum Noctis hat mich wunderbar unterhalten und ist ein idealer Comic für warme Sommertage.

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