Wolverine 2: Der Weg des Kriegers

 Comic Verfilmungen hat es schon (fast) immer gegeben und haben gerade in den letzten rund 10 Jahren inflationäre Züge bekommen. Zu den besseren Verfilmungen gehören zweifellos die ersten beiden X-Men Filme. Diesen stehen der eher schwache X-Men Origins: Wolverine und der völlig verunglückte Abschluss der X-Men Trilogie gegenüber. Wolverine 2 schließt direkt an den 3. Teil der X-Men an.

Wolverine (Hugh Jackman) ist seiner Selbst überdrüssig geworden. Seine Liebe, Jean Grey, die ihn in seinen Träumen nach wie vor verfolgt, musste er töten. Seine Selbstheilungskräfte verhindern, dass er altert. Daher lebt er wie ein Eremit in der kanadischen Wildnis und sucht nur selten die Zivilisation auf. Regelmäßig wird er von Albträumen heimgesucht. Seine Schuldgefühle haben ihn längst übermannt.
Eines Tages trifft er auf die Japanerin Yukio, die ihn trotz seines Widerstands überzeugen kann, mit ihr nach Tokio zu fliegen. Dort soll er sich von einem alten Bekannten verabschieden, der im Sterben liegt.
Aus dem geplanten 15 Stunden Trip wird ein rasantes Abenteuer, das auch einen mächtigen Mutanten wie Wolverine an den Rand seiner Kräfte führt. Um zu überleben, muss er sich nicht nur seinen diversen Gegnern stellen, sondern auch seinen inneren Konflikt bewältigen. Und genau hier hat der Film seine Stärken und Schwächen. Man muss nicht zwingend Hugh Jackman Fan, um zu erkennen, dass der australische Schauspieler die Rolle des Logan längst verinnerlicht hat. Mimik und Körpersprache stimmen in jeder Szene. Doch Jean Grey nimmt für mich eine etwas zu dominante Rolle ein, so dass sich Wolverine eigentlich bis zum Schluss des Films nicht völlig von ihr lösen kann.
Der Plot des Films basiert auf der Vorlage zweier Comic Legenden, Chris Claremont und Frank Miller und heißt schlicht Wolverine. Für das Drehbuchs des Films wurde diese Vorlage stark verändert, aber das spielt nicht wirklich eine große Rolle. Wichtiger ist, dass die Charaktere als solches auch weiterhin erkennbar bleiben.
Der Film hat mir insgesamt durchaus gefallen und die zahlreichen Stunts in den Action Sequenzen sind atemberaubend. Interessanterweise sah das meine Freundin etwas anders. Sie kennt die X-Men Filme nicht und hatte Schwierigkeiten, den Film entsprechend einzuordnen. Hier liegt wohl das Versäumnis der Drehbuchautoren und des Regisseurs James Mangold. Kinogänger ohne ein Fundament an Vorwissen werden diesen Film nicht verstehen können. Ebenso wenig habe ich verstanden, wie der seiner Selbstheilungskräfte beraubte Wolverine mit seinem Adamantium Skelett überleben konnte. Nach meinem Verständnis überlebt er eben nur wegen seiner Selbstheilungskräfte. Man sieht, auch zu viel Vorwissen kann gefährlich sein.
Von den Darstellern hat mich dann noch Rila Fukushima als Yukio überzeugt.

Ihre Strahlkraft als selbst ernannte Bodyguard von Wolverine ist so groß, dass Tao Okamoto fast ein wenig untergeht. Ihre Mariko hätte etwas mehr Raum in der Handlung verdient, wobei wir wieder bei den Diskrepanzen zwischen Film und Comicvorlage angelangt sind.


Svetlana Khodchenkova als Viper wirkt bemüht, aber unglücklich. Man hätte sie vielleicht verdonnern müssen, Comics zu lesen, in denen Viper vorkommt oder (falls sie das getan hat), hätte man seitens der Filmemacher mit ihr darüber reden müssen. Sie wirkt, als habe sie die Rolle nicht verstanden und wird nahezu zu einem Fremdkörper.

Es spricht dann wieder für die anderen Darsteller und den Plot insgesamt, dass der Film trotzdem funktioniert, denn was ist ein Superheldenfilm ohne einen Gegenspieler oder in dem Fall Gegenspielerin?
Wer dann den Comicsaal seines Vertrauens nicht sofort flüchtet, erhält noch ein kleines Schmankerl, das auf den X-Men Film: Days of Future Past hindeutet und somit einen Klassiker der X-Men Comics auf die Leinwand bringen wird.
Und achja, wer einen Cameo Auftritt von Stan Lee erwartet, wird enttäuscht sein. Wolverine wurde nicht von Stan Lee, sondern von Roy Thomas entwickelt. „Onkel Stan“ tritt nur in Filmen von Charakteren auf, die er auch selbst kreiert hat.
In 3D hätte ich auch Wolverine 2 nicht zwingend gebraucht, aber leider lief er in 2D im Raum Wiesbaden / Mainz nur mittags um 13:00 Uhr.

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