Fairest # 2

 Die Fables sind längst zu einem Dauerbrenner geworden. Erstaunlich ist dabei, dass das Niveau, auf dem uns Willingham seine Geschichten präsentiert, durchweg hoch geblieben ist.
Doch damit nicht genug. Mit Fairest hat Willingham. Nach der mittlerweile abgeschlossenen Serie Jack of Fables und Cinderella einen weiteren Spin Off auf dem Markt etabliert.


Fairest stellt weibliche Charaktere aus dem Fables Universum in den Vordergrund. Handelte der erste Run noch von Dornröschen, widmen sich Willingham, der nur noch für Heft # 8 verantwortlich zeichnet, und Lauren Beukes Rapunzel.
Dabei sind wir weit entfernt von „Rapunzel, lass Dein Haar herab!“. Willingham und Beukes legen vielmehr eine Story vor, die von Freundschaft, Liebe, Verrat und Intrigen vor dem Hintergrund eines knallharten Bandenkrieges handelt. Ferner wird das Mutter-Tochter Verhältnis zwischen Rapunzel und (nein, den Namen der Mutter verrate ich nicht) thematisiert und flankiert den Plot immer wieder. An 2 Stellen wird dieser Subplot so wichtig, dass er den eigentlichen Plot ganz wesentlich mit beeinflusst. Schließlich sucht Rapunzel ihre beiden Töchter, die bei ihrer Geburt von einer Hebamme vermutlich ge-stohlen wurden. Doch diese Hebamme hatte erzählt, dass die Kinder tot geboren und von ihr vergraben wurden.
Dabei dürfen wir den Titel des Bandes nicht aus den Augen verlieren, denn das verborge-ne Reich ist durchaus doppeldeutig zu sehen und allein diese Doppeldeutigkeit offenbart wieder einmal, wie scheinbar unerschöpflich die Stories aus dem Fables Universum sind. Das macht in jeder Hinsicht und Seite für Seite Spaß. Die Story ist spannend erzählt und verlangt vom Leser viel Aufmerksamkeit, damit die verschiedenen Parteien und Interes-senkonflikte differenziert werden können. Die Grenzen zwischen Gut und Böse ver-schwimmen dabei. Schwarz und Weiß gibt es nicht, nur Grau mit jeder Menge Abstufun-gen.
Was mich positiv überrascht hat, ist, dass sowohl Lauren Beukes, als auch Inaki Miranda den Fables Stil bereits verinnerlicht haben. Mirandas Artwork ist von einem eher weichen Stil geprägt. An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir mal einen Wechsel der Per-spektive gewünscht. Doch das ist „Meckern“ auf hohem Niveau, denn Miranda besticht neben seinem Zeichenstil durch eine Panelstruktur, die das Auge des Lesers über die Sei-ten führt und ihn so mitnimmt.
Da der vorliegende Band nicht alle Rätsel, die sich um Rapunzel ranken, löst, bin ich mir sicher, dass auf diesen Plot noch einmal zurückgegriffen wird.

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