Sandman, Band 2: Das Puppenhaus

 In einer Wüste an einem Ort, an dem einmal eine sagenumwobene Stadt gestanden haben soll, erzählt ein Großvater seinem Enkel, wie Nada, eine Königin, nach einem geeigneten Mann suchte und schließlich Morpheus fand. Sie verliebte sich in ihn und er bot ihr an, dass er sie zu seiner Frau macht oder endlos leiden wird.

Während Rose Walker in Florida in eine neue Wohnung in einem Haus mit skurrilen Mitmietern zieht und sich Morpheus aufgrund eines Traumstrudels um ihr Wohlergehen sorgt, hat der Korinther, ein Serienkiller erneut zugeschlagen. Er plant, ein Treffen von Serienkillern zu organisieren.

Unterdessen versucht Rose, ihren vermissten Bruder zu finden, der in einem Keller von Brute und Glob gefangen gehalten wird. Morpheus erfährt, dass sie die Träume des Jungen missbrauchten, um ihn zu quälen. Morpheus ist wütend.

In 1389 lernt Morpheus Hob Gadling kennen. Er behauptet, dass Menschen nur deswegen sterben, weil dies von ihnen erwartet wird. Er will dies jedoch nicht. Morpheus verabredet sich mit dem Mann zu einem erneuten Treffen in 100 Jahren.

So finden ihre Treffen regelmäßig alle 100 Jahre statt. Dabei lernen sie William Shakespeare kennen, der sich darüber beklagt, dass er gerne talentierter wäre. In 1989 schließen sie Freundschaft.

Der Konvent der Serienmörder findet in Georgia statt. Dort befindet sich auch Rose Walker, die immer noch ihren vermissten Bruder sucht. Als sie den Korinther am Aufzug treffen, erschrickt sich Gilbert und gibt Rose einen Zettel. Den Namen auf dem Zettel soll sie in einem Notfall laut rufen. Als sie von einem Serienkiller auf ihrem Zimmer angegriffen wird, ruft sie Morpheus herbei, der sie rettet. Anschließend lässt Morpheus den Korinther verschwinden, der als Albtraum erschaffen wurde, um den Menschen Angst einzuflößen. Doch er nutzte Morpheus Gefangenschaft, um ein Eigenleben zu entwickeln. Gleichzeitig warnt Morpheus die Serienkiller, während Rose und Gilbert Jed finden, der in ein Krankenhaus eingeliefert wird.

Wieder in Florida fühlt sich Rose einsam, da sich ihre Mutter und Großmutter in England und Jed nach wie vor im Krankenhaus befinden. Morpheus bemerkt, dass Rose e9in Traumstrudel ist, der zu einer immer größeren Gefahr für das Träumen heranwächst. Morpheus hat keine andere Wahl, als sie umzubringen.

In einem Traum erklärt Morpheus Rose, dass er sie töten muss. Als Traumstrudel gefährdet sie die ganze Welt und es ist eine von Morpheus Aufgaben, so etwas zu verhindern. So muss Morpheus auch das Angebot Gilberts ablehnen, sich für sie zu opfern. Doch dann meldet sich das Traumbild von Unity Kinkaid zu Wort. Sie erklärt, dass sie eigentlich zum Traumstrudel werden sollte, wenn sie nicht an der Schlafkrankheit leiden würde. Schließlich stirbt Unity und Morpheus weiß, dass Roses Familie genug erleiden musste. Also sorgt er dafür, dass Jed erwacht.

Morpheus reist zu Desire. Er weiß, dass er bzw. sie sich in seine Angelegenheiten eingemischt hat und dass er das nächste Mal die Konsequenzen tragen muss.

Gleich zu Beginn ist Morpheus ältester Bruder, Destiny, zu sehen. Die eigenartige Szenerie einer Versammlung könnte die Beerdigungsfeier des Abschlussbandes sein.

Erstmals werden im ersten Teil auch „gewisse Kräfte“ angedeutet, die Morpheus geschwächt haben. Gaiman hat mal angedeutet, dass er hierüber mal eine Kurzgeschichte schreiben wird.

Die im Laufe dieser Story angesprochene „Großmutter Tod“ ist natürlich Death, Dreams ältere Schwester. Auch Kain und Abel haben einen erneuten Auftritt. Diesmal streiten sie wegen ihrer Opfergaben.

Erstmals finden auch die Ewigen als Dreams Familie Erwähnung. Sie werden zwar als Götter verehrt, aber sie sind keine, sondern vielmehr Personifizierungen menschlicher Prinzipien. Daher muss man auch nicht an sie glauben, damit sie bestehen können.

Warum Menschen Ewige nicht lieben könne, wie im Fall von Nada und Morpheus, wird nicht erklärt, aber die Handlung liefert die Erklärung per se. Menschen sind sterblich, die Ewigen sind es nicht. Daher liegt die Erklärung auf der Hand.

Erstmals wird auch der eigentlich größte Widersacher Dreams erwähnt. Es handelt sich um Desire. Er wird zumindest mittelbar auch für den Tod Morpheus verantwortlich sein.

Wenn die Ewigen miteinander sprechen wollen, nehmen sie über ihre Galeriebilder Verbindung auf. Hier werden erstmals die Symbole der Ewigen gezeigt (Ankh = Death, Helm = Dream, Lächeln = Desire, Hakenring = Despair, Kringel = Delirium). Ein Bild ist leer. Es steht für das verschwundene Familienmitglied Destruction. Diesem widmet Gaiman noch einen eigenen Band.

Das ebenso angesprochene Fiddlers Green ist eine irische Seemannslegende über einen idyllischen Ort. Gaiman nutzt diese Legende gern für das Traumland.

Auch die hier erwähnten Gütigen werden noch eine gewichtige Rolle im weiteren Verlauf der Handlung spielen.

Mit den Mitmietern von Rose Walker, Ken und Barbie, sind tatsächlich die Martel-Puppen gemeint. Sie stehen für die klassischen Geschlechtsrollenbilder von Mann und Frau. Auch Matthew, ein Diener und Vertrauter Morpheus, der einst ein Mensch und nun ein Traum ist, hat seinen ersten Auftritt. Dieser Charakter basiert auf einer Figur des DC-Universums aus einer Swamp Thing Story. Seine Umwandlung in einen Raben wurde in Swamp Thing # 84 mit einem Gastauftritt Morpheus beschrieben.

Selbst Morpheus Kräfte unterliegen gewissen Beschränkungen. Um jemanden in der Traumzeit zu finden, muss er ihn sehen, auch wenn dies durch die Augen seines Dieners geschieht.

Das dritte Kapitel bedient sich sehr charmant im DC Multiversum. Es sind Anspielungen auf die Watchmen, den Joker und auch Rorschach vorzufinden. Auch Lady Constantine hat einen Gastauftritt.

Gaiman greift auch auf eine klassisches Motiv vieler Fantasy Geschichten zurück, wonach die Erde einst von Elfen, Geistern und ähnlicher Wesen bewohnt war. Diese Wesen haben sich allerdings zurückgezogen.

Wunderbar ist auch die Hommage an William Shakespeare, was sich als roter Faden der Serie entwickeln wird.

Fraglich ist, was Morpheus genau meint, als er Desire droht, das nächste Mal die Konsequenzen seines Handelns tragen zu müssen. Offenbar gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, wonach sich die Ewigen nicht gegenseitig töten dürfen.

Der Korinther hat als zwischenzeitlich seine eigene Miniserie erhalten, die von Darko Macan geschrieben und von Danijeöl Zezelj gezeichnet wurde.

Bestechend ist erneut Gaimans bis ins Detail ausgeklügelter Aufbau der Story, die in einem großartigen Finale mündet.

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