Marvel Maximum # 54: Wolverine MAX # 1

 Wolverine ist bekannterweise ein facettenreicher Charakter. Wir kennen ihn als Team Mitglied der X-Men, als Rivalen von Cyclops, als Vaterfigur für Kitty Pryde, als Raufbold, manchmal sogar als Berserker, als Soldat, als Gangsterboss und zuletzt auch als Schuldirektor. Doch eins bleibt all diesen Facetten gemein: Im Grunde seines Herzens hat Wolverine einen weichen Kern.

Im vorliegenden Band hat Wolverine nach einem Flugzeugabsturz in Japan sein Gedächtnis verloren. Als einzig Überlebender wird er zunächst von den Medien gefeiert, um dann von den Behörden als vermeintlicher Terrorist gejagt zu werden. Doch auch Sabretooth, sein ewiger Erzfeind verfolgt ihn.

Der Plot basiert auf typischen Versatzstücken einer Wolverine Story. Es ist ja nicht das erste Mal, dass Wolverine sein Gedächtnis verloren hat und dass jemand versucht, seine Erinne-rungen zu manipulieren. So besteht ein Teil des Plots aus Flashbacks, in denen Wolverine versucht, seine Erinnerungsfetzen zu ordnen. Dies gelingt ihm zunehmend besser. Auf den ersten Blick mag man als Leser meinen, dass wir das längst kennen. Was uns dann doch an den Band fesselt, ist die Intensität, mit der dies uns erzählt wird. Dies liegt nicht nur am per-manenten Wechsel zwischen Flashbacks und dem eigentlichen Plot, der immer wieder her-ausstellt, dass Wolverine und Sabretooth Feinde sind. Starr erzählt seine Wolverine Story so, wie man als Autor Wolverine schreiben muss, wenn sie auch mehr krimilastig erscheint als wie wir das meistens von Wolverine kennen. Das ist weiter nicht überraschend, denn starr ist ein profilierter und bekannter Krimi Autor, aber er beweist uns auch, dass er das Superhelden Genre kennt und sich dort gut genug auskennt, um eine wirklich lesenswerte Story zu schreiben – geradlinig, ohne Schnörkel und doch spannend und mit dem einen oder anderen Twist in den Flashbacks und im eigentlichen Plot.

Bosch nutzt das „MAX Label“ besonders in den Actionsequenzen. Wir bekommen viel Blut zu sehen, aber nicht so viel, dass man eine Indizierung befürchten müsste. Viel Wichtiger für den Plot ist im Endeffekt auch der Kampf auf der Psycho-Ebene, der Wolverine beinahe zu erdrücken droht.

Starr und Bosch loten folglich die Grenzen des MAX Labels aus, ohne zu überziehen. Wer vor allem klassische Wolverine Stories mag, wird den Kauf dieses Bandes nicht bereuen.

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