Morning Glories # 4: Schatten an der Wand

 Der vorliegende Band, der die US-Ausgaben # 16-19 veröffentlicht, schließt nahtlos an Band # 3 an. Das ist nun weiter nicht überraschend, denn es handelt sich eigentlich um einen Handlungsbogen, der auch in den USA in einem Trade veröffentlicht wurde.Doch diese Trennung, die Panini durchgeführt hat, tut der Spannung keinen Abbruch.

Und wer geglaubt hat, dass Spencer nunmehr die eine oder andere Wahrheit, die hinter der Story steckt, offenbart, unterliegt einmal mehr einem Irrtum. Im Gegenteil, mich hat Spencer mit diesem Band noch mehr verwirrt. Doch dies ist genau die Art von Verwirrung, die wir Leser in einer Mystery Serie mögen und auf die wir uns gern einlassen. Dies liegt an der nachvollziehbaren und authentischen Interaktion der Charaktere und hiermit meine ich primär die Schülerinnen und Schüler, aber auch an den doch unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten der einzelnen Charaktere. Nehmen wir nur einmal die Vertrauenslehrerin, Mrs. Hodge. Ist sie doch ein Rädchen des Schulsystems, will sie vielleicht doch den Schülern und insbesondere Casey helfen oder spielt sie vielleicht doch ihr eigenes Spiel? Was ist eigentlich diese Schule? Ist sie eine Kaderschmiede für einen Geheimdienst oder das Militär oder ein krankes Experiment irgendwelcher Wissenschaftler. Was hat es mit dem gleich geschalteten Geburtstermin der Schüler auf sich? Selbst Homosexualität ist ein Thema, das Spencer nicht scheut und sehr sensibel aufgreift.

Gleichzeitig scheinen 2 Charaktere auf unterschiedliche Art und Weise auszuscheiden. Doch auch hier bin ich mir nicht sicher. Die Grenzen zwischen „Schein“ und „Sein“ sind nach wie vor schwimmend und so gar nicht trennscharf, ohne dass der Plot zerfasert. Und genau hierin liegt meine Hoffnung, dass Spencer einen Masterplan für seine Morning Glories hat. Möglichkeiten gibt es mindestens genauso viele wie für die Bedeutung von „morning glories“ im Deutschen.

Spencer hat viele Fragen gestellt, auf die wir noch keine Antwort wissen. Oder wenn wir glauben, eine Antwort zu haben, dann zeigt uns Spencer meistens nur ein paar Seiten weiter, dass dem doch nicht so ist.

Unterstützt wird er dabei von einem nach wie vor grandiosen Joe Eisma, der nicht nur über einen feinen Strich verfügt, sondern dessen Storytelling an das Auge eines Kameramannes erinnert. Seine Zeichnungen sind zweifellos ein wesentlicher Bestandteil in der Faszination dieser Serie.

Der Band wird durch ein Extra abgerundet, das uns einen Einblick in die Entstehung dieses Comics liefert.

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