Fantastic Four # 1

 Marvel NOW! heißt die große Klammer, unter der das 616 Universum in neuem Gewand präsentiert wird, ohne (zumindest teilweise) zu radikale Veränderungen vorzunehmen.Hiervon ist natürlich auch Marvels First Family, die Fantastic Four, betroffen.

Natürlich ist man als Leser gespannt, welche Veränderungen ein angesehener Autor wie Matt Fraction vornimmt, um den Fantastic Four neues Leben einzuhauchen. Das ist auf den ersten Blick nicht leicht, denn die Fantastic Four haben ja mit der zeitweiligen Abwesenheit der Fackel und der Gründung der Future Foundation schon so etwas wie ein Make Over erfahren. Des Weiteren ist das Grundkonzept dieser Serie, das von Stan Lee und Jack Kirby entwickelt wurde, angenehm zeitlos.

Doch Fraction ist clever und erfahren genug und ändert gar nicht so viel.

Die Fantastic Four treten in ihrer Grundbesetzung an und die Charaktere nehmen auch den Platz ein, der ihnen schon in den 60er Jahren zugedacht war. Lediglich die Fackel wirkt wie eine Mischung aus Sunny- und Playboy. Das ist jetzt nicht sonderlich neu und hat es schon gegeben. Fraction gestaltet diese Rolle in ihrer Ausprägung nur etwas extremer im Sinne von verantwortungsloser. Das Kostüm wirkt unter dem Bleistift von Mark Bagley leicht verändert und sieht viel dynamischer aus als das traditionelle Blau, von dem sich aber bereits gegen Ende des traditionellen 616 Universums schrittweise verabschiedet wurde.

Fraction weiß auch die Kinder, Franklin und Valeria, weiterhin mit einzubinden. Er nutzt also bereits das Make Over, um eine ziemlich gute Story drauf zu setzen. Viele gute Stories der Fantastic Four haben sich in der Negativzone oder auch im All zugetragen. Fraction nutzt diesen Umstand und schickt die Fantastic Four auf eine Zeitreise. gleichzeitig stellt er Reed Richards in den Vordergrund, der an sich eine Art Zellzerfall feststellt und befürchtet, dass diese Krankheit auch seine Familie und die anderen Teammitglieder befällt. Da Reed hieraus lange ein Geheimnis macht, steht zwangsläufig das Verhältnis von Sue und Reed neben dem eigentlichen Plot im Vordergrund. Das ist mit leichter Hand geschrieben, aber uns wird schnell klar, dass Reed zwar das Team nach außen repräsentiert, aber im Innenverhältnis Sue das Sagen hat.

Auch das ist nicht wirklich neu, aber Fraction und Bagley erzählen dies in 2 Panels, von denen in einem nicht gesprochen wird und Bagley nur Sues Miene zeigt.

Panini veröffentlicht die ersten 5 US-Ausgaben in einem Band zu € 12,99, was ich für ein richtig gutes preis-Leistungsverhältnis halte.

Insgesamt machen die Fantastic Four nicht zwingend mehr Spaß als zuletzt im 616 Universum, aber Fraction hält das hohe Niveau, das Hickman vorgegeben hat. Dabei verzichtet er auf die großen Geschütze, die Hickman mit seinen komplexen Stories aufgefahren hat und konzentriert sich auf die Familie. Die Basis für einen weiteren großen Run ist damit geschaffen. Wir dürfen uns auf die Fortsetzungen freuen.

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