Uncanny X-Men # 1: Die neue Revolution

 Seit Jahren ist Brian Michael Bendis ein streitbarer Denker und Lenker des Marvel-Universums. Im Zuge von Marvel NOW widmet er sich nun den Mutanten und schreibt gleich beide Hauptserien, nämlich die All New X-Men und die Uncanny X-Men.

Hierzulande erscheinen die all New X-Men in Heftchenform monatlich, während bei den Uncanny X-Men der Sonderband mit gleich 5 Ausgaben als Veröffentlichungsformat gewählt wurde.

Hier leitet Scott Summers das Team, das sich die Jean-Grey-Schule als neues Hauptquartier aussucht, seine X-Men. Mit dem Scott Summers, den die Leser der Mutanten vor vielen Jahren mal gekannt haben, hat dieser Scott Summers nicht mehr allzu viel zu tun. Die Ereignisse haben bei ihm seine Narben hinterlassen und für eine Veränderung seines Charakters gesorgt. Er wirkt nicht mehr so sensibel wie früher, eher wie ein General, der seine Truppen in die Schlacht schickt. So ist es wohl auch zu verstehen, wie Cyclops neue Mutanten rekrutiert. Emma Frost hält einen gewissen Abstand zu ihm. Zu geschockt waren alle davon, dass Cyclops Charles Xavier getötet hat. Nun hat sich der Tod gerade im X Universum schon oft als nicht viel hartnäckiger als eine ärgerliche Grippe erwiesen, aber in diesem Fall könnte es anders sein, weil sich zumindest die Bendis Story um dieses Ereignis rankt und auch nur so das Verhältnis zwischen Cyclops und seinem Team zu verstehen ist. Es ist unbedingt von Respekt geprägt, aber auch von einer gewissen Skepsis. Gerade die jüngeren Team Mitglieder haben mit diesem „zwiespältigen Cyclops“ so ihre Schwierigkeiten. Ich denke, Bendis hat hier den Grundstock für einen Subplot gelegt, der im wahrsten Wortsinn für viel Sprengstoff sorgen kann. Hierzu gibt auch die Zusammensetzung des Teams genug Anlass, denn allein schon Magneto macht mit einem Alleingang deutlich, dass er sich nur so lange unterordnet, wie er will.

Während des Plots, der zu einer weiteren Auseinandersetzung mit den Rächern führt, rücken Magik und ihre dämonische Seite immer mehr in den Vordergrund. Dies allein zeigt, welche mannigfaltigen Möglichkeiten Bendis mit dieser Teamzusammensetzung hat, um gute Stories zu schreiben.

Ich will die X-Men Stories vor Marvel NOW gar nicht kleinreden. Sie haben mich auch bestens unterhalten, aber Bendis raubt dem Leser die Gemütlichkeit, weil man einfach nicht weiß, was einen auf der nächsten Seite erwartet. Und genau das haben die guten X-Men Autoren immer bezweckt, so dass überraschende Twists immer die besten X-Men Stories ausgemacht haben. Egal, wie man zu Bendis auch stehen mag, Stories, die den Ansatz „anything goes“ verfolgen, schreibt er stets mit einem Schuss Genialität. Chris Bachalo hat sich hiervon deutlich inspirieren lassen. Er ist ja bekannt für seine wechselnden Panelanordnungen, die das Auge des Lesers immer wieder fordern und fördern, aber auch sein strich überzeugt diesmal völlig.

Für Freude der Mutanten ist der Band ohnehin ein Muss, aber für welche, die es werden wollen, bietet Uncanny X-Men # 1 einen hervorragenden Einstiegspunkt.

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