New Avengers # 1

 Jonathan Hickman hat uns zuletzt bei der Future Foundation bzw. den Fantastic Four begeistert, indem er immer wieder neue Konflikte heraufbeschworen, neue Welten erfunden hat und immer wieder für überraschende Wendungen sorgte.

Im Zuge von Marvel NOW ist Hickman zu den Rächern gewechselt. Auch hier zeichnet er als Autor gleich für 2 Serien verantwortlich. Neben den Avengers schreibt er nunmehr auch die New Avengers. Und dies bedarf erst einmal der Erläuterung. Denn die New Avengers bilden keine Rächer Gruppierung im klassischen Sinne. Es handelt sich vielmehr um den Geheimbund, der schon so manche knifflige Entscheidung treffen musste und damit auch gewaltig danebenlag. So haben beispielsweise die Illuminati zumindest mittelbar den Civil War zu verantworten, von World War Hulk wollen wir erst gar nicht reden. Mit Dr. Strange, Prinz Namor, Black Bolt, Captain America, Iron Man, Reed Richards und dem Black Panther verfügt das Team über Charaktere mit einer gewissen Stahlkraft und zwar so, dass jeder ein Alpha Tierchen ist und einen Führungsanspruch hat. Dies setzt Hickman wunderbar um, indem er jedem der Charaktere eine Stimme gibt und ihn so immer wieder zeitweise im Wechselspiel in den Vordergrund schiebt. Dem kundigen Leser fällt natürlich sofort auf, dass ein Charakter fehlt. Professor X ist im Zuge des Avengers vs. X-Men Events gefallen und natürlich muss konsequenterweise ein Mutant seine Nachfolge antreten. Wer dies ist, möchte ich nicht verraten, da sein Gesicht auch nicht auf dem Cover zu sehen ist. Auch hier hegt Hickman zweifellos den Anspruch, ein Epos zu schreiben. Die Illuminati sehen sich angesichts kollidierender Parallel Erden in der moralischen Zwickmühle, ob sie einen Planeten opfern, sprich sprengen wollen, um die eigene Erde zu retten oder ihr zumindest Zeit zu verschaffen. Dabei tappen diese eigentlich erfahrenen und abgebrühten Superhelden völlig im Dunkeln. Für etwas Erhellung sorgt die geheimnisvolle und mysteriöse Black Swan, die den Illuminati gerade so viele Informationen gibt, wie sie es geplant hat. ich bin mir sicher, dass sie so angelegt ist, dass sie den Helden noch einiges Kopfzerbrechen bereiten wird. Sie gehört einem versprengten Orden an, der es sich seit Jahrtausenden zum Ziel gesetzt hat, diese Kollisionen von Erden zu verhindern. Allein diese Diskussion über Moral und Ehre lässt sich wunderbar auf eigene Lebensabschnitte oder Entscheidungen übertragen. Und es sind genau diese Aspekte, die Hickman als Autor so heraustreten lassen.

Solch einen überraschenden Moment liefern auch die Kartographen, die regelmäßig Welten überfallen, einen Planeten ausbeuten und nichts als Tod und Zerstörung hinterlassen. Dieser stete Wechsel zwischen Actionsequenzen und Sequenzen, in denen der Schwerpunkt auf dem Erzählerischen liegt, begeistert und wird mit dieser Präzision zurzeit nur von Hickman abgeliefert.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht, denn klar ist, dass die Rächer seit langem nicht mehr so überzeugen konnten.

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