American Vampire # 6: Herr der Albträume

 Wie auch im vorherigen Band # 5 setzt Snyder seine Handlung in den 50er Jahren an. Die Bündnisse nach dem 2. Weltkrieg sind zerfallen und der Kalte Krieg sowie das heimliche Wettrüsten haben begonnen.

Daher will die Sowjetunion Dracula als ultimative Waffe gewinnen. Gemeinhin galt er nur als Mythos, doch dank eines wirklich gelungenen Kniffs lässt ihn Snyder für seine Mini-Serie zur Realität werden. So wird Bram Stoker vom Autoren zum Chronisten umgewidmet und nimmt so die Rolle ein, die Stoker selbst Jonathan Harker zugedacht hatte.

Die Verbindung zu seiner Serie, die ja den Titel American Vampire trägt, gelingt Snyder über Agent Hobbes und Felicia Book, die als Protagonisten den Fürsten der Finsternis jagen. Die Story kann durchaus als Kritik am in den 50er Jahren aufkommenden Rüstungswahn verstanden werden und natürlich, dass sich der Mensch allzu gern und bereitwillig an die Spitze der Evolution stellt und so manche Kräfte und Mächte falsch ein- bzw. völlig unterschätzt. Dass Dracula eine solche ultimative Waffe ist, liegt daran, dass er per Gedankenkontrolle jedermann zum Killer machen kann. Hierauf ist beispielsweise auch Jack the Ripper zurückzuführen. Doch Snyder vergisst keineswegs seine Leser zu unterhalten. Felicia Book hat wunderbare Momente, in denen sie zunächst ihre Rolle als Vampirjägerin nicht annehmen möchte, aber schließlich erkennen muss, dass sie im Grunde keine Wahl hat, wenn sie dauerhaft in Frieden leben will. Der positive Eindruck der vorliegenden Mini-Serie wird durch die stimmigen und atmosphärischen Zeichnungen von Dustin Nguyen abgerundet.

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