Before Watchmen: Rorschach

 Brian Azzarello hat uns mit 100 Bullets eine der wohl besten Serien aller Zeiten geschenkt. Voll froher Erwartung habe ich dann also seinen Band über Rorschach gelesen, den er selbst als einen der am besten ausgearbeiteten Charaktere der Comic Geschichte bezeichnet hat.

Ich mache es kurz. Ich war ganz schön enttäuscht. Statt zu erzählen, was Rorschach antreibt oder ausmacht, erzählt Azzarello eine beliebige Story über den Mann mit der Maske. Er ist bemüht Rorschach, auch hinter seiner Maske zu zeigen und diese Passagen funktionieren auch leidlich, aber insgesamt ist das für ein Projekt mit diesem Anspruch leider viel zu wenig.

In Watchmen selbst gibt es einen kurzen Exkurs über Rorschach und einen Fall entführter und misshandelter Kinder. Waren Azzarello oder DC dies Tema zu heikel? Eine Antwort auf diese Frage habe ich leider auch nicht, aber ich hätte mir gewünscht und auch erwartet, dass Azzarello genau hier mit seiner Erzählung anknüpft.

Über die Schwächen des Plots täuscht auch kaum ein glänzend aufgelegter Lee Bermejo hin. besonders seine Hintergründe, seine Studien über eine Stadt mit ihren Licht- und Schattenspielen bestechen das Auge.

Doch leider hat er die Maske Rorschachs, die in Watchmen ein Panel erst abgerundet oder seine Aussage betont hat, sowie den scheinbar von Panel zu Panel fließenden Übergang, nicht getroffen.

Ich denke, in Sport wie in der Literatur nennt man so etwas eine vertane Chance.

Ein Gedanke zu “Before Watchmen: Rorschach

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