Before Watchmen: Comedian

 Nach Rorschach legt Brian Azzarello seinen nächsten Band aus der Reihe before Watchmen vor. Diesmal widmet er sich dem Comedian. Der Comedian nimmt in den Watchmen eine ganz eigene Rolle an. Einerseits ist er der Charakter, der durch seine Enthüllungen um Ozymandias die Ereignisse in den Watchmen ins Rollen bringt. Andererseits kommt er früh um, so dass sich sein Charakter und Handlungen gegenüber dem Leser über Flashbacks erschließen.

Legendär sind die historisch belegten Footballspiele des Kennedy Clans auf deren Anwesen am Wochenende. Allein mit dieser Anfangssequenz hat mich Azzarello zunächst für seinen Band eingenommen. Auch die Verwebung mit ereignissen wie dem Aufstieg eines gewissen Cassius Clay a.k.a. Mohammed Ali oder dem bis heute geheimnisvollen Tod einer gewissen Blondine, die einmal hingebungsvoll Happy Birthday, Mister President ins Mikrophon hauchte, machen mir Spaß, weil der Comedian in Verbindung mit Verschwörungstheorien einfach gut passt.

Doch dann geschieht es. Als der Comedian beauftragt wird, eine Verbrecherbande dingfest zu machen, wird JFK ermordet und dem Comedian wird klar, dass er nur abgelenkt werden sollte. Hiernach war ich so vor den Kopf gestoßen, dass ich den band weglegen musste. Das hatte ich anders in Erinnerung.

Und als ich mich dann durch die Watchmen quer gelesen habe, habe ich es auch gefunden. Dort macht der Comedian eine Andeutung, dass man ihn besser nicht frage, wo er war, als Kennedy ermordet wurde. Das klingt gerade aus dem Kontext heraus doch eher danach, als habe er Kennedy umgebracht. Genau diese Andeutung setzt Snyder in seinem Film als Fakt fest, wobei sich Azzarello nicht an die Film Kontinuität halten müsste. Azzarello bekennt sich selbst als Watchmen Fan. Wie kann einem Fan so etwas entgehen? Der Plot rankt dann auch weitgehend um das JFK Attentat. Der Comedian wird noch härter und zynischer, weil er mit JFK seinen Anker und sein letztes bisschen Glauben an die USA verloren hat. Seine Abenteuer in Vietnam, die ich irgendwo zwischen Apokalypse Now und einer missratenen nick Fury Story ansiedeln möchte, sind dann nahezu unleserlich.

Hat Azzarello bei Rorschach noch beliebig und banal agiert, schreibt er hier völlig am Thema vorbei.

Das reißt auch Jones nicht mehr raus, der mir überdies bei Wanted besser gefallen hat.

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