Hit-Girl

  Sicher kennt ihr das auch. Man hat einen Comic vor sich, der von 2 Schwergewichtlern der Comic Szene gemacht wurde und man traut sich nicht, ihn zu lesen, weil man eigentlich nur enttäuscht werden kann. Wenn man dann noch eine Verfilmung gesehen hat, die diese Erwartungen nicht gänzlich erfüllt hat, wird das Unbehagen nicht wirklich geringer.

So erging es mir mit Hit-Girl von Mark Millar, der zu meinen 3 bevorzugten Autoren gehört, und John Romita, jr., der mein erklärter Lieblingszeichner ist.

Doch irgendwann war ich dann müde, um weiter um den Band „herumzulaufen“ und habe ihn mir doch vorgeknöpft. kick Ass und Co. haben Schule gemacht. Immer mehr Superhelden drängen auf die Straßen, um mit unterschiedlichem Erfolg für Recht und Ordnung zu sorgen.

Pech für so manchen Helden ist, dass eine Bande besonders skrupelloser Gangster kick Ass sucht, der sich eigentlich zurückgezogen hat. Doch da hat er die Rechnung ohne den Wirt bzw. ohne Mindy gemacht. Allein die Wendungen, ob kick Ass nun seine Karriere fortsetzt oder sich zur Ruhe setzt, machen einfach nur Spaß. Dieser spaß entsteht daraus, dass er im Grunde Mindys Argumenten nichts Gehaltvolles entgegenzusetzen hat.

Dennoch kann sie ihn nicht restlos überzeugen. Doch Mindy wäre nicht Mindy, wenn sie nicht allein auf Verbrecherjagd gehen würde, um den Tod ihres Vaters zu rächen.  Natürlich strotzt auch dieser Band vor Anspielungen auf das Superhelden Genre („Genieß den DC Relaunch, solange es noch geht“). Diese Anspielungen sind gekonnt gesetzt und sowohl in den Plot, als auch in die Dialoge eingewoben, so dass sie unser Zwerchfell angreifen.

Doch wir befinden uns im „Kick Ass Universum“, d.h. es gibt Action satt, die sich aber immer wieder mit ruhigeren Momenten abwechseln, denn im Grunde sehnt sich auch Mindy nach einer intakten Familie. Sie hat nur ihre eigenen Ansichten, wie sie diesen Zustand erreichen möchte. Da werden die Eltern schon einmal mit einem starken Beruhigungsmittel ins Reich der Träume versetzt, damit sie ihren nächtlichen Streifzügen nachgehen kann. Doch Marcus, ihr Stiefvater, wird argwöhnisch und ist ihr dicht auf den Fersen.

Schließlich habe ich den Band dann mit einem Seufzer weggelegt. Er hat mich nicht enttäuscht, sondern meine Erwartungen mindestens erfüllt. Millar hat dieses Spin Off, das gleichzeitig die Vorgeschichte zu Kick Ass 2 ist, genutzt, um Mindy als Charakter weiter zu entwickeln und so auch andere Seiten von ihr zu zeigen.

Hinzu kommt John Romita, jr. Man mag über seinen Strich geteilter Meinung sein können(was man aber im Grunde bei jedem anderen Zeichner auch sein kann), aber seine Panelarchitektur und die Art, wie er das Auge des Lesers über das Papier führt, ist schon einzigartig. Dieses Hit-Girl ist eine absolute Leseempfehlung. Panini hat diese Ausgabe sowohl als Softcover (linke Abbildung), als auch als auf eine auf 333 Exemplare limitíerte Hardcover-Ausgabe (rechte Abbildung) veröffentlicht.

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