Die Toten # 4

Die Toten 4Mit dem vorliegenden Band setzt der Zwerchfell Verlag um seine Macher Christopher Tauber und Stefan Dinter fort. Dabei setzen seine Macher auf das bewährte Konzept, ohne es zu versäumen, es auch fortzuschreiben.

So beginnt hier der 2. Zyklus, der eine Verschärfung der Gesamtsituation vorsieht, so dass es für die Nichtinfizierten nicht wirklich leichter wird.

„Isolation“ ist auch weiterhin ein Leitmotiv der Serie. Wieder überzeugt uns der Band mit 3 unterschiedlichen Stories. Bestechend ist, dass auch scheinbare Nebensächlichkeiten Erwähnung finden und mehr und mehr in den Vordergrund geraten. Die Infrastruktur hat sich durch die Zombie Apokalypse nicht gerade verbessert. Reparaturen und Wartung finden längst nicht mehr statt, was die Verschärfung der Gesamtsituation sehr überzeugend, beklemmend und realitätsnah darstellt.

So handelt der 1. Plot von einer Familie und einer Gruppe, die sich in die angeblich zombiefreie Schweiz durchschlagen will. Dass ausgerechnet die neutrale Schweiz, zombiefrei ist, ist der Anflug von Ironie, die jede gute Horror Story auch enthält.

Der Plot wird durch einen erzählerischen Kniff raffiniert ausgelöst. Wie dies geschieht, müsst ihr aber selbst lesen.

Der 2. Plot, der das Dream Team Tauber / Römling einmal mehr zusammenführt, handelt von einem Mädchen, das sich in einer Schule in Hanau ihr Rückzugsgebiet geschaffen hat. Die „Closed Room“ Atmosphäre transportiert das Gefühl der Beklemmung zum Leser. Die Grundidee zu diesem Plot hatte Ingo Römling, der ja auch Musiker ist. Insbesondere „Xanadu“ wird immer wieder zitiert und in den Kontext mit der Story gestellt. Das Ende ist überraschend und doch in der Rückschau auf die Story konsequent erzählt.

Der abschließende Plot stammt von Matthias Dinter, der hauptberuflich Drehbuchautor und Regisseur ist, aber in der Vergangenheit auch einige Comics des Zwerchfell Verlags geschrieben hat. Er schildert die Zombie Apokalypse aus einer völlig überraschenden Perspektive. Islamische Terroristen befinden sich noch immer auf ihrem Jihad und jagen in Köln das Bundesamt für Verfassungsschutz in die Luft. Sie erhoffen sich davon das Paradies samt den 72 Jungfrauen. Sie diskutieren kurz ob der Sinnhaftigkeit ihres Anschlags, denn das System ist längst zusammengebrochen und besteht nicht mehr. Doch der Ruf des Paradieses überwiegt und so wollen sie dies mit einer Pilgerreise nach Mekka vollenden.

Natürlich ist die Handlung der Terroristen völlig sinnentleert, aber sie steht damit auch für generell sinnentleertes Handeln und dabei ist es völlig egal, ob wir uns in einem funktionierenden System oder in einer Apokalypse befinden. Hierzu findet sich auch die eine oder andere Anspielung wie die Erwähnung von zahlreichen Routinen bei der Bundeswehr.

Alle 3 stories haben mich gerade in ihrer Gesamtheit überzeugt, weil sie sich mit der Thematik aus völlig unterschiedlichen Blickwinkeln befassen.

Die Toten sind und bleiben eines der heißesten Comicprojekte, die es derzeit auf dem deutschen Markt gibt.

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