Before Watchmen: Ozymandias

Before-Watchmen-Ozymandias-2012-Issue-1-Cover-DC-COMICS-Trinity-Comics-Review  Der 5. Band aus der Serie „Before Watchmen“ zeigt uns, wie aus Adrian Veidt Ozymandias wurde. Ich mag das Stilmittel Flashback mit Rahmenhandlung. Dieses Stilmittel setzt Len Wein sehr geschickt ein. Die Rahmenhandlung spielt im Watchmen Plot selbst, kurz bevor er von Nite Owl, Rorschach und Dr. Manhattan gestellt wird.

Len Wein erzählt, wie Adrian Veidt schon als Kind hochintelligent war und zum Außenseiter wurde. Schnell erlernte er nicht nur diverse Kampftechniken, sondern perfektionierte sich und seinen Körper auch dank seiner Intelligenz immer weiter. Verbrecherjagd im herkömmlichen Sinn langweilt ihn schon fast und er geht er ihr eher zum Zeitvertreib nach. Vielmehr faszinieren ihn Dr. Manhattan und seine scheinbar grenzenlosen Fähigkeiten, die er studiert und maschinell nachzuahmen versucht.

Der vorliegende Band, der aus 6 Teilen besteht, ist mit Sicherheit als einer der besten „Before Watchmen“ Stories einzuordnen. Dies liegt nicht nur daran, dass Len Wein unmittelbaren  und gelungenen Bezug zu den Watchmen nimmt, sondern auch an der Interaktion der Charaktere. Gerade Dr. Manhattan und Rorschach nehmen wichtige Rollen im Plot ein. Doch der wichtigste Nebencharakter ist der Comedian, der schon früh zu einer Art Gegenspieler von Ozymandias wird. Len Wein ist sich auch nicht zu schade wörtlich aus den Watchmen zu zitieren, indem er den Comedian sagen lässt, dass „alles ein Witz sei.“ Auch die Unterhaltung zwischen dem Comedian und dem Moloch wird zumindest angedeutet.

Len Wein zeigt eindrucksvoll, dass Prequels im Allgemeinen und das Projekt „Before Watchmen“ durchaus funktionieren. Eigentlich gibt es nur 2 Bedingungen: Die erste ist, es muss sich in die Continuity des Originalwerks einfügen, die zweite ist, das Prequel muss gut gemacht sein, wobei die zweite Bedingung unmittelbar mit der ersten verknüpft ist.

Len Wein webt auch Zeitgeschehen in seine Story ein und zeigt, dass sich Kennedy von Veidt angesichts der Kuba Krise beraten lässt. Nixon tut dies während des Vietnam Krieges eben nicht und lässt Dr. Manhattan an- und eingreifen, was die berühmte Atomuhr eine Minute vorrücken lässt. Übrigens stellt auch die Atomuhr, die gerade in den 80er Jahren ein großes Thema war, einen unmittelbaren Bezug zu den Watchmen dar.

Zu einem Charakter voller Pathos gehört auch ein Zeichner, der diese Eigenschaft zum Leser transportieren kann. Wer wäre da also besser geeignet als Jae Lee? Sein Artwork bei „Der dunkle Turm“ hat mich zwar noch mehr beeindruckt, aber auch hier liefert er eine ganz feine Leistung ab. Was an seinem Artwork besonders beeindruckend ist, dass er das Gleichgewicht zwischen dynamischen und statischen Panels immer wieder exakt trifft. Ozymandias ordne ich im Rahmen der „Before Watchmen“ unmittelbar nach den Minutemen ein.

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