Venom # 8: Das Böse in uns allen

 Der vorliegende Band veröffentlicht die US-Hefte # 27.1-32.

Von den „Punkt 1“ Ausgaben wissen wir, dass sie für den weiteren Verlauf einer Serie richtungsweisend sind.

Selbstverständlich ist das hier nicht anders. Flash Thompson beschließt, New York zu verlassen und in Philadelphia neu anzufangen.

Das ist durchaus überraschend, denn wir wissen ja, dass Superhelden schwerpunktmäßig in New York tätig sind. Die Darstellung von Flash, der wohl nie vorher so viel Tiefe hatte, ist das wirklich Beeindruckende an diesem Band. Meist sitzt er nach vorne gebeugt in seinem Rollstuhl und reflektiert sein Verhalten aus der Jugend, in der er viele Leute vor den Kopf stoß und auch körperlich verletzte. Dies ist nicht weiter überraschend oder neu, denn Flashs Wut wegen der Alkoholerkrankung seines Vaters ist in der Kontinuität längst belegt. Es ist vielmehr die Intensität, mit der Cullen Bunn, der als Autor bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat, die uns mitnimmt und Flash Thompson als Charakter transparenter und wichtiger denn je erscheinen lässt.

Die erste Ausgabe des Bandes ist vor Marvel NOW! angesiedelt und so dürfen wir auch Peter Parker erleben. Erst da wurde mir bewusst, wie sehr Peter dem aktuellen Marvel Universum fehlt. Gut gelungen ist auch, dass Flash dann in der Folge des Bandes erwähnt, dass sich „auch Parker nicht mehr bei ihm meldet“.

Venom ist für ihn, ob nun bewusst oder eher doch unbewusst, die Strafe, die er auf sich nimmt, um für seine Untaten aus der Jungend zu büßen. Es ist dann auch nicht weiter verwunderlich, dass Venom trotz der Medizin, die er von Hank McCoy erhalten hat, hin und wieder durchbricht. Andeutungsweise wird Flash, der ja auch selbst zu Abhängigkeiten neigt, immer mehr von diesem Medikament abhängig. Ob dies eine physische oder psychische Abhängigkeit ist, sei noch dahingestellt. Hervorzuheben ist allerdings die atmosphärische Dichte, mit der Bunn seinen Plot schildert.

Wir könnten nun leicht auf die Idee kommen, dass die Superheldenstory dahinter verblasst, aber da würden wir Bunn nicht gerecht werden. Vielmehr bereichern sich Superhelden- und Flashs Story gegen- und wechselseitig.

Bunn macht da weiter, wo Remender aufgehört hat, und spinnt sein Konzept fort.

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