Wolverine und die X-Men # 3: Hellfire Saga

 Dass was der Ausnahmeautor Jason Aaron über einige Ausgaben vorbereitet hat, findet nun seinen (vorläufigen) Abschluss.

Aaron nutzt weiterhin sein Rüstzeug und setzt es konsequent wie gekonnt ein. Die Story bedient sich weiterhin des ironischen, sarkastischen Untertons. Dabei lädt Aaron zu einer turbulenten Achterbahnfahrt ein. Das Kriegsglück wechselt mit einer Beständigkeit, die in sich schon wieder eine gewisse Ironie birgt. Ebenso wechseln die Charaktere beinahe beliebig zwischen Antagonist und Protagonist und doch verfolgen sie eine gewisse Absicht. Was gerade die Schüler auf beiden Seiten verbindet, ist eine gewisse Orientierungslosigkeit. Sie haben mehr oder weniger erst kürzlich erfahren, dass sie Mutanten sind und suchen, wie „normale“ Jungendliche auch, noch ihren Platz in ihrer Umgebung und Gesellschaft. Natürlich wird diese Suche durch ihre Mutantenkräfte noch verstärkt.

Ein weiteres Instrument dieser Serie ist, dass Wolverine zwar seinen (berühmten) Namen für den Titel hergibt, aber doch eher als Nebencharakter fungiert, der in seinen dosiert eingesetzten Auftritten dann doch den Plot wieder mitbestimmt.

Aaron vernachlässigt keineswegs auf seine Charaktere einzugehen und sie wie auch ihr Verhaltensmuster uns plausibel näherzubringen. Schauplatz der turbulenten Handlung ist die Hellfire Academy. Der Bau von Massenvernichtungswaffen, Folter, Mord und Terror stehen hier auf dem Plan wie auf normalen Schulen Deutsch, Mathe oder Sport. Wer im Unterricht versagt, wird von den gewaltbereiten Lehrern bestraft und zwar hart. Bei der Hellfire Academy handelt es sich also nicht nur um ein finsteres Abziehbild der Jean-Grey-Schule, sondern auch um eine übersteigerte Morning Glory Academy, die die Schüler über kurz oder lang zu gewissenlosen Killermaschinen erziehen will.

Heimlicher Held des Plots ist ein Charakter, von dem wir dies grundsätzlich nicht erwarten würden. Daher werde ich ihn an dieser Stelle auch nicht preisgeben. Verraten möchte ich nur, dass hierin so viel Symbolik verborgen ist, dass es allein eine Abhandlung wert wäre. Kilgore ist als Schurke ein vernachlässigtes Kind, das im Grunde nach Hilfe und Anerkennung schreit. Da erinnert er mich schon ein wenig an den Motherfucker aus Kick Ass.

Die eigentliche Ironie des Plots besteht darin, dass Kilgore zwar schon Wolverine und Co. Vernichten bzw. töten will, aber dies ist nur Mittel zum Zweck. Tatsächlich verfolgt er wirtschaftliche Interessen.

Wolverine und die X-Men bleibt auch mit diesem Band eine der besten Marvel-Serien der Gegenwart. Der bunte Mix aus Ironie, Irrsinn und Superheldenstory macht nach wie vor jede Menge Spaß.

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