Batgirl # 4

 Mit dem vorliegenden Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben # 17-22.

Die Nachwehen vom Tod der Familie sind deutlich spürbar. Egal, ob zivil oder als Batgirl, Barbara trauert um Robin. Auch Nightwing kann sie nicht wirklich trösten oder ihr Mut zusprechen. Barbara wirkt grüblerisch und macht sich wegen Robins Tod Vorwürfe. Aufgrund der dann nicht vorhandenen Maske (im doppelten Wortsinn) wirkt ihre Mimik dann noch grüblerischer. Gleichzeitig bietet der Band die Auflösung um ihren emotionslosen Bruder James, der sowohl ihr, als auch ihrer Mutter nach dem Leben trachtet sowie mit Shauna eine neue Bauchrednerin und damit Gegenspielerin.

Gail Simone und Ray „Constantine“ Fawkes legen einen atemberaubenden Band vor mit unglaublichem Tempo. Darüber ist die Story spannend auf den Punkt erzählt und bietet immer wieder klug inszenierte Höhepunkte. Der Auch der bis zum Schluss nicht aufgelöste Vater / Tochter Konflikt bietet einen großen Schuss Ironie, denn Gordon will Batgirl verhaften und liebt seine Tochter abgöttisch. Er ahnt nicht mal ansatzweise, wer hinter der Maske steckt. Gegen Shauna und ihre Holzpuppe wirkt auch Chucky wie eine Marionette aus der Augsburger Puppenkiste. Zentral bleibt wegen des interfamiliären Konflikts die Story um James. James wird für Batgirl erst besiegbar, als er von seinem eigentlichen Verhaltensmuster der Perfektion abrückt. Simone bedient sich hier eines Kniffs, der James scheinbar „out of character“ agieren lässt, den sein aber dennoch glaubhaft darstellt. James entdeckt plötzlich, dass er auch gern Sadist ist und dass dies sogar Emotionen in ihm weckt, wenn er seine Familie so quälen kann.

Der vorliegende Band ist nah an der Perfektion dran. Genau so wollen wir Batgirl erleben und lesen. Sie ist als Barbara Gordon wie auch als Batgirl gleichermaßen konfliktbehaftet. Fiese und charismatische Gegenspieler bringen sie an ihr Limit. Darüber dürfen wir viel Action und Dynamik erleben, die aber nie zum Selbstzweck eingesetzt wird. Natürlich darf in einem „Bat-Titel“ auch ein Anteil von Detektiv-Story nicht fehlen, die wir natürlich auch geboten bekommen. Barbara schlüpft in diesen Sequenzen schon fast wieder in ihre Rolle als Oracle.

Wir dürfen gespannt sein, wie der Vater / Tochter Konflikt gelöst wird, wenn er denn gelöst wird. Simone scheint dies aber nicht zu scheuen, wenn wir den Cliffhanger lesen, der bewusst viel Raum für Spekulationen lässt.

Der Plot ist von Daniel Sampere meisterhaft in Szene gesetzt. Dies liegt nicht nur an seinem dynamischen Strich, sondern auch an seiner klug entwickelten Panelarchitektur, die dazu einlädt, etwas länger auf den Seiten zu verweilen als eigentlich erforderlich. Gleichzeitig führt er unser Auge geschickt über die Seiten. Das Batgirl Gesamtpaket ist in sich stimmiger denn je. Panini hat für den Band ein wunderbares Cover von Alex Garner ausgewählt.

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