X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

x_men_days_of_future_past_banner-wide Schon die Eintrittskarte wartet mit einem Wortspiel auf. So wird aus dem Filmtitel eben mal Zukunft ist…3D. Hmm, ich dachte, 3D wäre schon längst Gegenwart. Egal, widmen wir uns lieber dem Film.

Zu den berühmtesten X-Men Stories gehören neben Age of Apocalypse, der Hellfire Saga mit der Phoenix und der Dark Phoenix Saga Days of Future Past. Regisseur Bryan Singer, der auch schon bei den ersten beiden X-Men Filmen auf dem Regiestuhl Platz nahm, wagt sich an den bestimmt nicht leicht verfilmbaren Stoff.

Die X-Men sind in die Jahre gekommen. An ihnen nagt nicht nur der Zahn der Zeit, sondern auch die jahrelange Jagd durch die Sentinels macht ihnen zu schaffen. Viele sind nicht mehr übrig und nur per Zeitreise überleben sie die Angriffe der Sentinels, die längst die Weltherrschaft übernommen haben. Was liegt da näher, als den einzigen Mutanten, der eine Zeitreise von ca. 40 Jahren überleben kann, in die Vergangenheit zu schicken, um die Zukunft zu ändern?

Ist die Zeitlinie eine Gerade bzw. ein unabänderbarer Fluss oder kann man die Zeitlinie manipulieren bzw. zum Besseren verändern? Dies ist die Frage, die sich die X-Men stellen müssen, um in der Zukunft zu überleben. Und doch dürfen sie sich diese Frage erst gar nicht stellen, denn es steht zu viel auf dem Spiel.

Im Mittelpunkt steht dabei zunächst Wolverine, der natürlich auch diesmal wieder von Hugh Jackman gespielt wird. Gerade an ihm erkennen wir, wie genau und ernst es Bryan Singer mit der Kontinuität nimmt. So ist Wolverine selbst erstaunt, dass er ohne Adamantium ist. Jackman hat sich einmal mehr auf seine Rolle vorbereitet und die Szene mit blankem Oberkörper sorgt für Kreischalarm bei den Besucherinnen des Films. Doch Hugh Jackman hierauf zu reduzieren, wäre unangebracht. Er hat den Wolverine längst so verinnerlicht, dass es ein wahres Vergnügen ist, ihm zuzuschauen.

Doch der heimliche Star des Films ist Jennifer Lawrence. Ihre Darstellung von Mystique ist so vielseitig und differenziert, wie wir es gerade bei Superheldenverfilmungen nur selten erleben dürfen. Mehr und mehr wird klar, dass sie es ist, die die Zukunft ändern kann. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Mystique mit sich ringt und in sich einen Stellvertreterkrieg zwischen Professor X und Magneto führt. Man sagt ihr nach, dass sie mittlerweile bereut, für die Marvel Filme unterschrieben zu haben. Räumt man ihr aber auch weiterhin so viel Platz ein, kann sie durchaus auch viel aus diesen Filmen mitnehmen.

James McAvoy und Michael Fassbender machen da weiter, wo sie in „X-Men: Erste Entscheidung“ aufgehört haben und brillieren besonders in ihren gemeinsamen Szenen. Doch James McAvoy versteht es auch die Wandlung vom Junkie zum verantwortungsbewussten Anführer der Mutanten nachvollziehbar darzustellen.

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (Days of Future Past)

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Wie schon in „X-Men: Erste Entscheidung“ mit der Kuba Krise bindet auch „Zukunft ist Vergangenheit“ Zeitgeschehen ein. So wird das Attentat auf JFK thematisiert. Mit dem Ende des Vietnam-Kriegs wird ein zweites Trauma der USA angesprochen.

Evan Peters als Quicksilver wusste gleichfalls zu überzeugen. Besonders seine leichte Überheblichkeit, wie sie auch die Comic Leser kennen, bringt Peters wunderbar auf die Leinwand.

Die Kontinuität der Vorgängerfilme, sogar des absurden 3. Teils, wurde ebenso aufgegriffen und in die Handlung eingebaut wie die der beiden Wolverine Filme. Doch keine Sorge, um den Film zu genießen, muss man sich nicht vor dem Kinobesuch einen X-Men Marathon antun. Um dann jedoch wieder die eine oder andere Feinheit zu verstehen, sollte man die Filme wiederum mal gesehen haben.

Gespickt ist der Film mit Cameo Auftritten der Darsteller der ersten X-Men Filme.

Wer jedoch auf den eigentlich schon obligatorischen Stan Lee auftritt wartet, wird enttäuscht sein. Der Altmeister hat den weiten Weg zu den Dreharbeiten in Europa nicht antreten können.

Wie so oft bei Marvel filmen lohnt es sich, bis nach dem Abspann sitzen zu bleiben. Da folgen noch ein paar Filmschnipsel, die uns Einblicke in den nächsten X-Men Film gewähren. Wagen die sich wirklich an dieses Thema?

„Zukunft ist Vergangenheit“ dauert gut 2 Stunden und dürfte keine Minute kürzer sein. Gleich zu Anfang des Films wird vielleicht ein bisschen viel geredet und der Film hätte mich da beinahe verloren, aber im Laufe des Films wird deutlich, dass es diese Dialoge eingangs gebraucht hat.

Bleibt nur noch festzustellen: Reingehen, anschnallen und den Film genießen. Viel Spaß im Kino!

 

X-Men: Days of Future Past (2014)

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