isoundwords # 13: Die eine über den Vergleich der Systeme New 52 oder Marvel NOW!”

Als ich diese Kolumne schreibe, wurden die Krankenakten von Michael Schumacher gestohlen. Ich frage mich einmal mehr, wie krank unsere Welt ist, und setze gleichzeitig darauf, dass niemand, auch nicht der Boulevard bzw. die Yellowpress auf die Idee kommt, diese Akte oder auch nur Auszüge davon zu kaufen und dann zu veröffentlichen.

Doch nun zum eigentlichen Thema:

Ohne Frage, nach Jähren des Dornröschen Schlafs hat DC mit dem Reboots seines Multiversums Marvel nicht nur die Zähne gezeigt, sondern auch aufgrund der Verkaufszahlen in Zugzwang gesetzt. Die Antwort lautete „Marvel NOW!“. Doch wie unterscheiden sich diese Konzepte? Nachdem wir in Deutschland nun die NEW 52 seit rund 2 Jahren und Marvel NOW seit 1 Jahr genießen dürfen, ist es Zeit, Zwischenbilanz zu ziehen.

Beide Reboots basieren zunächst auf einem vorausgegangenen Crossover. Handelte es sich bei DC um Flashpoint, so war es bei Marvel die Rückkehr des Phoenix,  die A vs. X auslöste.

Bis auf Green Lantern und Batman wurde das DC Multiversum einem klassischen Neustart unterzogen. Sogar Superman und Supergirl kamen neu auf die Erde und ihre Story wurde neu aufgerollt. Superman wurde mit dieser Idee in den 30er Jahren von Joe Shuster und Jerry Siegel entwickelt.  Es macht einfach Spaß zu lesen, wie Grant Morrison diese Idee aufgegriffen und neu für unsere Zeit entwickelt hat. Ich werde diesen Morrison Run in nicht allzu ferner Zukunft auf meinem Blog besprechen und entsprechend würdigen. Gerne bedanke ich mich an dieser Stelle bei Alex Bubenheimer von Panini, der mir nicht nur den Lesetipp gab, sondern mir auch gleich noch erklären konnte, warum ich Superman über Jahrzehnte nicht mehr gelesen hatte und nun wieder interessant finden würde. Dafür hat er gerade mal 2 Sätze benötigt, den Nagel auf den Kopf getroffen und mich gleichzeitig neugierig gemacht. Respekt, Alex!

Ein weiterer Fakt, der mein Interesse entfacht hatte, war, dass Betsy Gordon wieder im Batgirl Dress zu sehen ist. Gail Simone macht hier einen Mörderjob. Auch Batwoman von J.H. Williams III trifft voll und ganz meinen Lesenerv. Leider hat J.H. Williams III die Serie nach Unstimmigkeiten mit DC  diese Serie bereits wieder verlassen. Schade!

Etwas umstritten ist dagegen das Makeover von Wonder Woman, deren mythische Abstammung einer irdischen weichen musste. Ob und wie das funktioniert, werde ich mir mal zu gegebener Zeit hier in meinem bescheidenen Comic Café zurückkommen.

Auch Catwoman ist durchaus lesenswert, während mir bei Supergirl das langsame, aber doch kontinuierliche Handlungsaufbau gefällt.

Mit John „Hellblazer“ Constantine und Swamp Thing wurden 2 Charaktere aus dem Vertigo Universum den New 52 zugeführt. Nach einem wirklich gelungenen Start des Sumpfdings sowie von Animal Man unter der Federführung von Jeff Lemire haben sich beide Serien etwas in einem Crossover im Kampf gegen die Fäulnis verloren, aber haben nunmehr auf  den rechten Weg zurückgefunden. Hinzu kommt, dass Dial H für Held wieder hervorgekramt wurde. Klar, dass sich solch eine abgedrehte Serie nicht ewig hält, aber beide Bände haben mich restlos überzeugt und viel Spaß gemacht.

Schauen wir nun gen Marvel. Marvel NOW hat längst nicht zu einem solch krassen Reboot geführt wie bei DC. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass es sich nicht wirklich um einen Reboot handelt. Das Ende von A vs. X wurde vielmehr aufgegriffen, um unter neuen Vorzeichen mal mehr, mal weniger tiefe Einschnitte vorzunehmen. Rein äußerlich fällt erstmal die veränderte Darstellung der Cover auf. Der Fuß der Cover ist in Rot mit dem Marvel NOW Schriftzug gehalten. Ferner gibt es mit A+X eine neue Serie, die recht gut unterhält. Unterschiedliche Kreativ Teams bringen je einen Rächer und einen Mutanten zusammen, die diverse Abenteuer zu bestehen haben.

Natürlich gibt es fast schon traditionell auch bei den Rächern Veränderungen und somit auch mit den Uncanny Avengers eine neue, überaus lesenswerte Serie.

Längst angedeutet hatte sich ja eine gravierende Veränderung bei Spider-Man. Doc Ock hat Peter Parkers Körper übernommen und will nun beweisen, dass er der effizientere und überlegene Spider-Man ist. Folglich wurde auch aus Amazing Superior Spider-Man. Es ist selbstredend, dass solche Konzepte nicht dauerhaft funktionieren, aber allein der Schaden, den Octopus in Peters Privatleben angerichtet hat, verschafft Slott viel Stoff und Substanz für Folgestories. Und genau darauf dürfen wir uns alle freuen.

Ein weiterer Einschnitt ist, dass die „Ur X-Men“ in das neue Universum gereist sind. Diese Serie läuft unter dem Titel „Die neuen X-Men“. Das Wort „neu“ verstehe ich in diesem Titel nur augenzwinkernd. Und wem außer Brian M. Bendis würde man diesen Dreh abnehmen bzw. verzeihen?

Wenn man mich nun fragen würde, welches Konzept das bessere ist, habe ich spontan auch keine Antwort. Ohne Frage hat DC mit den New 52 Marvel unter Zugzwang gesetzt. Marvel konnte das DC  Konzept nicht kopieren, ohne sich dabei völlig zum Obst zu machen und als Abschreiber dazustehen. Doch vielleicht ist auch hier noch nicht das letzte Wort gesprochen. Warten wir doch mal das Ende der Crossover, Infinity und Cataclysm, ab. Eine Verschmelzung von Marvel NOW mit dem ultimativen Universum halte ich mittlerweile für nicht mehr völlig ausgeschlossen.

Zum guten Schluss möchte ich noch in eigener Sache darauf hinweisen, dass ich mich mit einem Projekt befasse. Da das Ergebnis noch völlig offen ist, kann ich leider noch nicht mehr darüber berichten.

Als Lesetipp gibt es diesmal die Wormworld Saga. Mit dem Musikgruß hat es auch so seine Bewandnis.

Die nächste isoundwords wird am 25.07.2014 erscheinen und den Titel „Die Eine über die Notwendigkeit von Reboots“ tragen. Sie baut somit inhaltlich auf diese Kolumne auf.

Bis dahin: Lest mehr Comics!

Das war für heute isoundwords.

 

 

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