Sin Titulo

 Cameron Stewart kennen wir zunächst von seiner Arbeit an B.U.A.P., Catwoman oder auch Batman & Robin. Mit anderen Zeichnerkollegen hat er die Idee entwickelt, Titel zu zeichnen, deren Story sie selbst entwickelt haben und an denen folglich mehr Herzblut hängt. Und wie so oft begann dann alles online..

Das Resultat lässt sich nicht nur sehen, sondern auch gut lesen. Sin Titulo, also auf deutsch: „Ohne Titel“, ist der typische Comic, den man nicht aus der Hand legen kann, wenn man einmal begonnen hat, ihn zu lesen. Cameron Stewart bedient sich hierzu einiger Kniffe. Sein Held, wenn man ihn denn so bezeichnen kann, Alex Mackay entdeckt im Nachlass seines Großvaters ein Foto, das ihn in Begleitung einer jungen Frau zeigt und auf dem er, entgegen jeder Gewohnheit, lächelt. Alex fragt sich, wer diese Frau ist und geht der Sache nach. Seine Suche und Nachforschungen führen ihn auf einen surrealen Tripp, in dem Traum und Wirklichkeit oft nicht oder nur kaum voneinander zu unterscheiden sind und in deren Mittelpunkt mehr und mehr ein rätselhaftes Bild gerät.

Mich hat die Story und auch das Verhalten von Alex sehr an das Wirken von David Lynch beispielsweise bei Twin Peaks erinnert. Hierzu zählen auch der stete Wechsel zwischen Traum und Realität sowie die Ängste, die Alex empfindet und denen er sich verzweifelt stellen muss. Auch die Tatsache, dass Alex oft kurz vor der Lösung des Rätsels steht und dass ihm dann merkwürdige Dinge zustoßen, gehört zweifelsohne zu den typischen Mustern einer solchen Mystery Story. Natürlich macht Alex eine Entwicklung durch, die ihm hilft, das Rätsel schleißlich doch noch zu lösen.

Doch neben der spannenden Story stehen sorgsam ausgearbeitete Charaktere, die dazu beitragen, die Story zu erzählen und so zu gestalten, dass sie den Leser auf einen Tripp ins Surreale mitnimmt. Als Beispiel und Speerspitze möchte ich nur den zwielichtigen Altenpfleger, Wesley, anführen. Natürlich werden auch alte Familiengeheimnisse gelüftet oder längst Verdrängtes wieder ins Gedächtnis gerufen. Für all dies steht Sin Titulo und doch auch noch für mehr.

Wer also die Arbeiten von David Lynch schätzt, wird auch von Sin Titulo begeistert sein. Das Artwork besticht mit seinem klaren Strich und seiner Kolorierung in Sepia Tönen. Panini hat den Titel im Querformat (23x18cm) veröffentlicht. Das Hardcover ist nur konsequent für diese Graphic Novel gewählt.

 

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