Daredevil # 6: Endspiel

Daredevil (2011) #29 Wer sich mit Daredevil jemals befasst hat, weiß, dass diese Serie am besten ist, wenn Matt bzw. sein alter Ego in ihren Grundfesten erschüttert werden. Hierdurch grenzt sich Daredevil wohltuend von anderen Superhelden ab, die beispielsweise permanent die Erde oder gar das Universum retten.

Dies ist ausdrücklich keine Kritik an solchen Helden und Geschichten. Vielmehr bedient Daredevil eine andere Nische. Dies hat Mark Waid natürlich längst erkannt und pflegt dieses Nischendasein wunderbar.

Allein, wie Waid die Ereignisse dieses Bandes ins Rollen bringt, lässt uns schlichtweg mit der Zunge schnalzen. Er stellt uns einen Charakter vor, den ich nie für bedeutend, eher sogar für austaschbar, gehalten habe und stellt ihn in den Mittelpunkt des vorliegenden Plots. Dass dies dann auch noch ausnehmend spannend ist, basiert darauf, dass Waid ebenso weiß, dass Daredevil auch immer den Touch einer Detektivstory haben sollte. So konstruiert er einen Spannungsbogen, der uns beim Lesen mehr und mehr in seinen Bann zieht. Hinzu kommen gut in Szene gesetzte Nebencharaktere und Gastauftritte, die durch ihr Handeln den Plot wesentlich mitbeeinflussen. Und es macht einfach Spaß festzustellen, dass Nebencharaktere wie Kirsten McDuffie in Superheldencomics wieder mehr Platz bekommen. Doch damit wäre Waid immer noch nicht ausreichend gewürdigt. Er versieht seinen Plot noch mit einer Portion Gesellschafts- und damit verbundener Medienkritik. Dass dies eben nicht mit erhobenem Zeigefinger geschieht, liegt vornehmlich daran, dass er verdeutlicht, dass jeder unter falschen Einfluss geraten kann und dass er dies eben in eine gnadenlos gute Story verpackt hat.

Überraschende Twists, wie etwa in der Gerichtsverhandlung, lassen uns verblüfft zurück. Fast würden wir die Seiten noch gieriger und schneller umblättern, wenn Samnee nicht ein Artwork abliefern würde, das seinesgleichen sucht. Sein Strich ist nicht nur dynamisch, sondern er versteht es auch, die Emotionen der Chraktere in ihre Mimik zu zaubern.

Mit dem vorliegenden Band rundet Waid seinen Run ab. Gleichzeitig beendet Panini die Publikation in der vorliegenden Form und stellt auf eine Veröffentlichung als „Mega Band“ um. Egal, in welcher Form, Daredevil gehört nach wie vor zu Marvels absoluten Top Serien.

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