Wolverine und die X-Men # 4: Falsches Spiel

 Panini veröffentlicht mit diesem Band die US-Ausgaben Wolverine & the X-Men Annual # 1 sowie die # 38-42. Mit diesen Ausgaben endet leider Run von Jason Aaron, der die Serie zu ungeahnten Höhen getrieben hat.

Mit dem vorliegenden Band und den darin enthaltenen Geschichten zeigt Aaron noch einmal eindrucksvoll, was diese Serie ausgemacht hat und hoffentlich auch weiterhin ausmachen wird. Dabei versteht er es, jedem Charakter so viel Platz einzuräumen, dass er ihn dem Leser gegenüber nicht nur multidimensional transparent macht, sondern auch weiterentwickelt. Selbst ein Wolverine gelingt mehr und mehr den Schritt vom kolerischen Charakter zu „Professor Logan“. Und doch verändert Aaron den Charakter nicht völlig, so dass es für den Leser leicht erkennbar ist, dass Wolverine jederzeit und quasi per Knopfdruck auch wieder zum „Warrior“ werden kann.

Gleich die erste Story handelt von Kid Gladiator, der nach außen die Erde, die Schule und die primitiven Menschen hasst, aber eigentlich die Schule um keinen Preis der Welt oder gar des Universums verlassen will. Ganz nebenbei handelt es sich hierbei um ein Infinity Tie In, das einmal mehr die These stützt, dass die schönsten Stories in und um ein Crossover in Tie Ins stattfinden.

Toad habe ich als Charakter nie verstanden und daher eigentlich auch nie wirklich akzeptiert. Aaron hat diese Einstellung völlig verändert und hat aus einem bestenfalls skurrilen Nebencharakter eine tragische, fast schon shakespearehafte Figur geschnitzt, von der wir bestimmt noch einiges lesen werden. Wahrscheinlich wäre es der beste Ansatz, wenn Aaron seine Entwicklung in Amazing X-Men weiterschildert.

Quentin Quire ist und bleibt der Charakter mit dem meisten Potential. Auch hier bin ich mir sicher, dass ihn Aaron mit zu den Amazing X-Men ziehen wird. Die Struktur bzw. der Anlass findet sich in der Handlung wieder und ist einfach großartig. Gleichzeitig zeigt Aaron, dass die Entwicklung Quires längst noch nicht abgeschlossen ist. Dies liegt nicht nur daran, dass sich Quire selbst leid tut, weil er längst kein Terrorist mehr ist und somit ein Spießer geworden ist, sondern auch weil er wohl den Geist der Schule lebt wie kaum ein anderer. Darüber hinaus gibt es noch einige überraschende Wendungen, die mit den Charakterentwicklungen sensibel abgestimmt sind und so der Serie ein ganz eigenes Flair verleihen.

Fast schon wehmütig stimmt die letzte Story dieses Bandes, die in Teilen eine sichtlich gealterte und fast schon gebrechliche Version des „Old Man Logan“ zeigt. Doch Aaron wäre nicht er selbst, wenn er auch hiermit brechen würde.

Jason Aaron kann man zu seinem Run nur gratulieren und hoffen, dass er auch bei seinen anderen Projekten solche Geschichten findet.

 

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s