Fables # 21: Welpen im Spielzeugland

Panini veröffentlicht mit diesem Band die US-Ausgaben Fables # 114-123.

 

FABLES 21: WELPEN IM SPIELZEUGLAND Je länger ich Fables lese, desto mehr ziehe ich meinen Hut vor Bill Willingham. Wie macht er es, dass er uns mit den Fables nun schon seit 123 (!) Ausgaben auf höchstem Niveau unterhält. Die Stories bauen einfach nicht ab und die Plots bleiben spannend wie unterhaltsam zugleich.

Es ist schwierig, sein Erfolgsgeheimnis zu ergründen bzw. zu analysieren. Ein Baustein seines Erfolgs scheint darin zu liegen, dass seine Ideen für die Stories so einfach wie genial sind.

Im vorliegenden Band verschlägt es Therese in ein Land, das so weit von den Fables entfernt ist, dass sie nicht einmal von ihrem Vater, Bigby Wolf, aufgespürt werden kann.

Doch interessant ist es, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Es ist ihre Mutter, Snowwhite, die ihrer Tochter nicht richtig zuhört oder ihr nicht wirklich glaubt, als sie erklärt, dass ihr ein Spielzeug unheimlich ist. Das kennen wir doch auch alle. Es gibt Spielzeuge, mit denen wir lieber und mit denen wir weniger gern gespielt haben. Begründen konnten wir das wahrscheinlich nicht rational, dennoch war es so.

Das karge Spielzeugland, in das Therese gelangt, ist symbolträchtig. Es handelt sich um „beschädigte Ware“, also um ungeliebte Spielsachen. Willingham wäre nicht der geniale Autor, der er nun einmal ist, wenn es sich einfach um Spielzeug handeln würde, das die Kinder einfach vergessen oder liegen gelassen haben. Nein, diese Spielsachen sind für den Tod eines Kindes verantwortlich, auch wenn sie ihn nicht gewollt oder geplant haben. Hierin liegt allein so viel Drama, dass Willingham eine wunderbare Story schreiben könnte. Doch er versteht es, diese Story noch feiner zu spinnen, indem er Therese zu einer wahren Königin dieses Landes aufsteigen und handeln lässt. Wie sie dies angeht, ist das eigentliche Kernstück dieser Story und wird folglich von mir nicht preisgegeben. Willingham nutzt aber hier durchaus die typischen Versatzstücke des Märchens, was die Charakterentwicklung Thereses betrifft. Von einer teilweise zickigen Göre entwickelt sie sich zu einer Königin oder eher einer Regentin mit Kopf. Diese Wendung ist so nachvollziehbar geschildert, dass man Willingham gerne folgt.

Dem Achtteiler um Therese und das Spielzeugland folgt in diesem Band noch ein Zweiteiler um die grüne Frau, die anderen Lebewesen Schicksale zuteilen kann. Ihre Motivation ist dabei stets von einem gewissen Egoismus geprägt. Ich weiß noch nicht, was Willingham mit diesem Plot uns erzählen will, aber ich bin mir sicher, dass er ihn wieder aufgreifen wird.

Wenn ich hier Willingham lobe, darf ich natürlich Mark Buckingham nicht vergessen. Wie er Willinghams Plots regelmäßig in Bilder umsetzt und wie er das Auge des Lesers über die Seite führt, ist nahezu unerreicht. Dies liegt auch daran, dass sich Buckingham das Thema „Märchen“ längst zu Eigen gemacht hat und immer wieder märchenhafte Elemente in die einzelnen Panels zaubert.

Fables ist mittlerweile mit 14 Eisner Awards prämiert. Es sollte mich nicht wundern, wenn weitere Auszeichnungen folgen.

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