isoundwords Sonderkolumne: Infinity – was bleibt?

 Mit dem üblichen Tam Tam wurde Infinity als ein konzeptionell völlig neues Crossover angekündigt. Als Marvel Leser ist man ja dieses Werbetrommeln längst gewöhnt und begegnet diesem regelmäßig mit einer Mischung aus einer gewissen Skepsis und einer gesunden Portion Vorbehalt, aber auch offen genug, um sich von einer guten Story abholen und mitnehmen zu lassen.

Völlig überrascht  war ich und zugleich bestens unterhalten fühlte ich mich dann von dem „2 Fronten Krieg“, den die Rächer mit den Buildern im Universum und die „Heimatfront“ gegen Thanos führen mussten. Hickman hatte hier als Autor genau meinen Nerv getroffen. Der Plot bestach durch seinen behutsamen, aber doch kontinuierlichen, Handlungsaufbau. Und warum sollte Marvel nicht mal wieder mit einem epischen Weltraum Epos aufwarten? Genau dahin entwickelte sich nämlich Infinity. Die Tie Ins wurden behutsam eingefügt, wobei die Avengers Tie Ins so nahe am Kerngeschehen platziert waren, dass ich nicht wusste, wie jemand den Plot ohne diese Tie Ins sinnvoll folgen konnte.

Doch dann kam die unangenehme Wende.. Die übermächtigen Builder sollten einfach nur eine Luftnummer sein, die mehr von ihrer Übermacht und ihrem Ruf lebten als von ihrer tatsächlichen Macht? Wie war das eigentlich mit der Selbstzerstörungsroutine? All dies wurde schon fast beiläufig, aber in jedem Fall, überhastet abgefrühstückt und hat bei mir bis jetzt einen üblen Nachgeschmack hinterlassen.

Builders from Infinity Vol 1 3 001

Bleibt die Auseinandersetzung mit Thanos. Hickman hat es nicht verstanden, mir Thanos als Charakter näherzubringen. Kann das tatsächlich nur Starlin?

Und wie oft wird eigentlich New York noch zerlegt? ist das vielleicht eine Art Running Gag bei Marvel? Dann könnte ich dem noch etwas abgewinnen, aber so beginnt es, mich zu langweilen.

Das mag jetzt vielleicht negativer klingen als es soll. Natürlich gab es auch einige positive Aspekte wie beispielsweise eben den bereits angesprochenen „2 Fronten Krieg“, das fragile Bündnis gegen die Builder, das jederzeit zu platzen drohte, Black Swan als Charakter mit viel Potential sowie der Kampf der auf der Erde verbliebenen Rächer gegen die Truppen von Thanos.

Vielleicht ist es an der Zeit, sich an dieser Stelle mal über Sinn oder Unsinn von Crossovern Gedanken zu machen. Vielleicht ist es auch an der Zeit, dass die beiden großen Verlage erst dann ein Crossover abliefern, wenn sie wirklich was Innovatives erzählen können.

Was mich dann wirklich wieder wachgerüttelt hat, war die Ankündigung, dass die Builder eben nicht die schlimmste Bedrohung seien. Bezeichnenderweise kam diese Ankündigung von Black Swan, dem für mich interessantestem Charakter des Events. Dieser Ansatz hat mich an Joseph Michael Straczynski erinnert, der sich auch gern dieses Stilmittels bedient hat. Bei ihm hat dieses Vorgehen der Gefahrensteigerung bestens funktioniert. Ich bin gespannt, ob man dies reproduzieren kann.

Insgesamt habe ich es nicht bereut, Infinity gelesen zu haben. Die vorgenannten Kritikpunkte bleiben dennoch bestehen.

 

 

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