Moon Knight # 1: Aus dem Reich der Toten

MARVEL MAX 59: MOON KNIGHT 1

Doug Moench und Don Perlin haben Moon Knight entwickelt und zu einer Figur gemacht, die mehr war als nur eine billige Batman Kopie. Eben diesen Moench Run habe ich mehr als nur gelesen. Die anschließenden Interpretationen von Charlie Houston und insbesondere Gregg Hurrwitz drifteten immer mehr ab, so dass Moon Knight schon fast eine Parodie seiner selbst wurde. Im Rahmen des Marvel NOW! Universums erhielten Warren Ellis und Declan Shalvey den Auftrag, Moon Knight einen Neuanstrich zu verpassen.

Doch Warren Ellis wäre nicht der völlig zu Recht gefeierte Comic Autor, als der er heute gilt, wenn er dem „Mond Ritter“ lediglich einen Neuanstrich verpassen würde. Er saniert und renoviert ihn von Grund auf.

Da ist in jedem Fall der Flashback zu erwähnen, der Moon Knight den Wahnsinn nimmt, der ihm im Hurrwitz Run übermannt hatte. Hierüber würde ich gerne mehr erfahren. Natürlich wird Moon Knight nie völlig „normal“ im sinne von geistig gesund sein. Daher wird es immer eine gewisse Distanz zwischen den Lesern und ihrem „Helden“ geben. Dies hat Ellis natürlich auch erkannt. Doch er definiert diese Grenze neu und orientiert sich dabei eher am klassischen Moench Ansatz als an Houston oder gar Hurrwitz. Dies sieht man auch an den Dialogen zwischen Moon Knight und der ägyptischen Gottheit Khonshu, die längst nicht mehr so abgehoben wirken. auch die Motivation Moon Knight’s wird anschaulicher definiert. Er steckt das Geld, das er als Söldner verdient hat, in Technologie, um Verbrechen zu bekämpfen. Schön ist auch, dass seine alten Weggefährten kurz zu Wort kommen. Ich bin gespannt, ob er Einzelgänger bleibt oder da noch mehr kommt.

Zunächst verwirrend, aber dann doch in sich geschlossen und logisch, agiert Moon Knight mal im weißen Anzug mit Maske, mal in einem klassischen Superheldenkostüm mit riesigem Cape. Den Anzug trägt er immer dann, wenn er die Polizei bei ihren Ermittlungstätigkeiten unterstützt. Dabei arbeitet er mit Detective Flint zusammen, der ihn regelmäßig vor Anfeindungen der Cops in Schutz nimmt. Ich denke, dass diese Anspielung auf Jim Gordon durchaus gewollt ist und auch als solche funktioniert.

Was mich überrascht und zugleich erfreut hat, war, dass der vorliegende Band aus in sich geschlossenen Stories mit Einzelepisoden besteht. Diese wirken atmosphärisch dicht und folgen so einem Konzept, das leider als längst vergessen galt.

Doch bei aller Ehrerbietung vor Warrern Ellis würde dieser Band ohne Declan Shalvey einfach nicht so gut wirken, wie er es tatsächlich gut. Die Actionsequenzen bestechen durch ihre ständig wechselnden Perspektiven, die das Auge des Lesers stets neu herausfordern, wie auch durch einen flüchtigen Strich, die die Dynamik Moon Knights unterstreichen.

Moon Knight ist ein klassisches Beipiel dafür, wie die Marvel NOW! Initiative sinnvoll umgesetzt werden kann. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Vollmond.

 

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s