Ms. Marvel # 1: Meta-Morphose

MS. MARVEL 1

Da Carol Danvers im Marvel NOW! Universum als Captain Marvel fungiert, ist die Planstelle der Ms. Marvel im Marvel NOW! Universum frei geworden.

Dann hat Black Bolt im Zuge des Crossovers Infinity die Terrigen-Nebel freigesetzt, die über New York niedergehen und eine Mutation bei denjenigen bewirken, die das Inhuman Gen in sich tragen.

Dies ist das Vorwissen, über das man als Leser verfügen sollte, bevor man den vorliegenden Band lesen darf. Willow Wilson legt nicht nur einen erstaunlichen Band vor und feiert damit einen mehr als nur gelungenen Einstand bei Marvel, sondern überarbeitet den Charakter Ms. Marvel und richtet ihn komplett neu aus. dies äußert sich beispielsweise darin, dass Kamala als Formwandlerin zunächst als die Ms. Marvel auftritt, wie wir sie als Leser kennen – schwarzes Kostüm mit gelbem Blitz, hohe Stiefel. Doch dann wird sich Kamala bewusst, dass sie eine eigene Identität mit eigenem Aussehen hat. Dies ist auch genau das Umdenken, das beim Leser erfolgen muss und für mich die Kernaussage des vorliegenden Bandes.

Von der Terrigenese wird nämlich Kamala Khan betroffen. Sie ist ein 18-jähriger Teenager mit pakistanischen Wurzeln und ist islamischen Glaubens. Besonders eindringlich schildert, wie Kamala zwischen 2 Kulturen steht und weder so recht der pakistanischen noch der amerikanischen angehören will. Willow Wilson kann dies so eindringlich schildern, weil sie selbst zum Islam konvertiert ist. Doch ihre eigentliche Leistung ist die Leichtigkeit kombiniert mit einer Prise Humor, mit der sie diese Passagen angeht. Keine Spur von dem erhobenen moralischen Zeigefinger oder gar überzogener Gesellschaftskritik.

Spaß machen auch die Sequenzen, in denen Kamala ihre neuen Kräfte austestet und so kennenlernt. Beschreiben würde ich sie als gelungene Kombination von Mr. Fantasic, Giant-Man und Ant-Man.

Hinzu kommen mit den Eltern und Bruno, Kamalas bester Freund, Nebencharaktere, die sorgsam und sorgfältig ausgearbeitet sind.

Natürlich ist Migration ein Thema, das gerade den Superheldencomics nicht neu ist. Klar ist auch, dass man dann die jeweiligen Abenteuer auch vor dem Hintergrund der jeweiligen Epoche, in der sie geschrieben wurden, verstehen muss. Dies gilt konsequenterweise auch für Ms. Marvel, denn das Befassen mit dem islamischen Glauben ist aktuelles Zeitgeschehen.

Für das Artwork sorgt Adrian Alphona, auf den ich das erste Mal bei Brian K. Vaughans Runaways aufmerksam geworden. Wie auch bei den Runaways passt sein Stil, der von Manga Einflüssen geprägt ist, zu einer Serie, bei der eine Jugendliche im Mittelpunkt steht.

Ms. Marvel ist also eine Serie, die für die Idee von Marvel NOW! wie kaum eine andere steht.

2 Gedanken zu “Ms. Marvel # 1: Meta-Morphose

  1. Gerade gelesen. Tolle Story, klasse Artwork. Erinnert etwas an den jungen Mike Morales. Die Hintergrundgeschichte der Heldin ist außergewöhnlich, freue mich auf den nächsten Band. Danke für die Rezension, hätte ich sonst wahrscheinlich nicht gekauft.

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