Fairest # 4: Die Schönsten im ganzen Land

FAIREST 4: DIE SCHÖNSTEN IM GANZEN LAND

Wer kennt nicht den Spruch aus Dornröschen: Spieglein, Spieglein an der Wand…?

Mittelbar hierauf bezieht sich der vorliegende Band, der aus der Feder des Fables Schöpfers, Bill Willingham, stammt.

Cinderella kennen wir ja als Spionin und Geheimagentin von Fablestown. In diesem Spin Off zur Kernserie sind jedoch ihre detektivischen Fähigkeiten gefragt. da Bigby ja tot ist, muss sie in rätselhaften Mordfällen ermitteln. Sie erkennt das Muster und analysiert rasch, dass es sich um eine Serientäterin handeln muss, die es auf die Schönsten in Fablestown abgesehen hat.

Willingham baut seinen Plot sehr behutsam auf – so behutsam, dass man als Leser zunächst nur ahnen kann, in welche Richtung er seine Story entwickeln möchte.

Wo es um die Schönsten im ganzen Land geht, darf natürlich ein Spiegel nicht fehlen. Dieser Spiegel ist die Hauptfigur der Rahmenstory. Hierin liegt die Ironie der Story, denn dieser Spiegel befindet sich an einem fast schon Vergessenheit geratenen Ort und der Spiegel weiß von Anfang an, wer die Mörderin ist. Die Rahmenstory setzt Willingham deutlich vom eigentlichen Plot ab, indem er sie als Text, der nur spärlich illustriert begleitet wird, verfasst hat.

Die Story selbst besteht aus den 7 Wochentagen, die wiederum in eigene Kapitel und Kapitelchen unterteilt sind. Die einzelnen Kapitel wurden von unterschiedlichen Zeichnern gestaltet. Grundsätzlich ist das ein „No go“, weil viele Köche nicht nur den Brei verderben, sondern auch im Bezug auf Comics oft den Lesefluss stören. Schließlich muss man sich als Leser ja auch auf die unterschiedlichen Zeichenstile einlassen. Doch der Kniff mit der Einteilung in die zahlreichen Kurzabschnitte hilft, dies als Leser zu verarbeiten. Seiten mit Captions ohne Dialoge und Seiten, auf denen der Plot ausschließlich von Dialogen getragen wird, ergeben zudem einen gelungenen Mix. Darüber hinaus ist die Handlung wirklich spannend und packend und irgendwann eifert man als Leser nahezu, zu erfahren, wer nun die Mörderin ist. Wie es sich für einen ordentlichen Krimi gehört, lag die Lösung natürlich die ganze Zeit vor dem Auge des Lesers, so dass ich mich bei der endgültigen Auflösung ertappt habe, wie ich mir vor die hohe Stirn geklatscht habe. Doch Willingham wäre nicht der Top Autor, der er nun einmal ist, wenn die Auflösung der einzige überraschende Twist wäre. Auch die unpopulären Entscheidungen, die Cinderella treffen und anschließend verarbeiten muss, um den Fall endgültig zu lösen, bereichern den Plot und geben gerade Cinderellas Charakter eine gewisse Tiefe.

Mit dem vorliegenden Band beweist Willingham einmal mehr, dass Fairest mehr ist als „nur“ ein Spin Off zu Fables. Das Spotlackcover des Bandes mit einem sensationellen Cover von Adam Hughes runden den positiven Eindruck ab.

 

 

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