Silver Surfer # 2: Galactus, einfach unverbesserlich

SILVER SURFER 2 Mit dem vorliegenden Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Silver Surfer # 6-10. Der Surfer und Dawn befinden sich auf einer Tour durchs Universum. Dabei treffen sie auf viel Merkwürdiges. Und selbst im riesigen, sich noch ausdehnenden Universum wird der Surfer von seiner Vergangenheit als Herold von Galactus eingeholt.

Slott macht etwas mit dem Silver Surfer, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Und selbst wenn ich es für möglich gehalten hätte, hätte ich es als unleserlich abqualifiziert. Dank Dawn, die ihn auf seiner Tour durchs Universum begleitet, wirkt der Surfer menschlicher denn je, auch wenn er sich mit menschlichen Bedürfnissen Dawns wie Hunger, Schlaf und dem Gang zur Toilette schwertut. Doch auch bzw. gerade, dass ihn solche Bedürfnisse nerven, lassen ihn auch schon menschlicher erscheinen als in der Vergangenheit. Selbst sein Brett erhält von Dawn nicht nur einen Namen, sondern erhält auch so etwas wie ein Bewusstsein und visualisiert seine Emotionen über das Gesicht seines Betrachters. Und doch verläuft diese Art der Kommunikation auch telepathisch.  Diese Begleitumstände sind natürlich dann auch mal ausgereizt, so dass Slott seine Erzählung dann in die eigentlich beabsichtigte Richtung lenkt. Dies geschieht auf dem Planet Prime. Ungewollt destabilisieren der Surfer und Dawn das dort verankerte und scheinbar perfekte System. Gerade diese Episode lässt sich wunderbar auf aktuelles Zeitgeschehen wie z.B. Griechenland reflektieren. Doch der eigentliche Höhepunkt, den Slott sorgfältig vorbereitet und aufgebaut hat, ist die Begegnung mit Galacuts. Dabei wird Slott auch nicht müde, zu erklären, um wen oder was es sich bei Galactus handelt, so dass also auch ein Neueinsteiger klarkommen wird.

Hier zeigen sich dann Stärke, Schwäche und Größe des Surfers. Es ist erstaunlich, wie Slott diese Charaktereigenschaften kombiniert und in einem Ende auflöst, das so vielleicht vorhersehbar war, das dann aber doch den Leser so zurücklässt, dass man das Gefühl hat, dass hier noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde.

Die Art und Weise, wie Slott seine Story erzählt, ist wohl nur mit einem Künstler wie Michael Allred möglich. Mit seinem Pop Art Stil gibt er dem Plot nicht nur ein individuelles Gepräge beispielsweise bei der Darstellung fremder Welten oder auch öffentlicher Toiletten im Weltall (allein die Idee ist zum Kreischen gut), sondern lässt sie fast wie eine Soap Opera erscheinen.

Ich habe das Gefühl, als habe Slott bei Silver Surfer noch so manchen (Überraschungs-)Pfeil im Köcher.

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