AXIS: Sonderband # 1

AXIS SONDERBAND 1 Mit diesem Band veröffentlicht Panini die komplette Miniserie Axis: Carnage # 1-3 sowie Axis: Revolutions # 1 und 2.

Rick Spears legt eine Story vor, die man als Leser nicht allzu ernst nehmen darf. Carnage versucht den Helden zu geben und muss feststellen, dass dies nicht so einfach ist, wie er das zunächst gedacht bzw. geglaubt hat.

Also sucht er sich Hilfe und gerät dabei mit dem Sin-Eater aneinander. Wie er dann den Sin-Eater besiegt, ist ein wenig vorhersehbar, aber dennoch witzig und pointiert erzählt. Ich würde sogar so weit gehen, dass Spears seine dreiteilige Miniserie im Grunde auf diese finale Auseinandersetzung zwischen Carnage und dem Sin-Eater sowie an der bitteren Lektion, die Cassidy als Held zu lernen hat, ausrichtet.

Doch der Weg davon, den Spears erzählt, ist eigentlich wichtiger als die Schlusspointen selbst. Carnage versucht zwar heldenhaft zu handeln, aber scheitert fast oder wenigstens beinahe regelmäßig an seiner überharten Konsequenz. Da wird schon mal eine Bank abgefackelt, damit sie eben nicht mehr überfallen werden kann. Gut gelungen ist auch der Wortwitz. So kündigt sich Cassidy als „der freundliche Carnage von nebenan“ an oder Alice Gleason versucht ihm beizubringen, dass „aus großer Macht ..etwas..folgt“.

Gleichzeitig hat Spears mit seinem Dreiteiler Carnage nicht nur eine völlig neue Ausrichtung gegeben, sondern ihn auch praktisch aus der Mottenkiste, in der er seit längerer Zeit verschwunden war, hervorgekramt. Und die Erfahrung zeigt, dass wenn man solche Anstrengungen seitens Marvel unternimmt, solch einem Charakter eine größere Rolle zugedacht ist. Hierauf bin ich gespannt.

Mit einem ähnlich leicht humoristischen Tenor geht es auch in den Ausgaben der Axis Nebenserie Revolutions weiter. Beide Ausgaben sind in jeweils 2 Kurzgeschichten unterteilt. Spider-Man kämpft im Herzen seiner Stadt gegen die Welle des Hasses an, die die Bürger des Big Apple erfasst hat. Diese Story wurde von Dennis Hopeless geschrieben. Es ist einfach witzig, wie Spider-Man einen Brandherd zu löschen versucht, während schon der nächste aufflammt. Immerhin erfahren wir auch, warum Spider-Man dieser Welle des Hasses nicht unterliegt. Auch diese Erklärung ist nicht wirklich spektakulär, aber wer die Abenteuer des Netzschwingers verfolgt, wird sie als absolut schlüssig und nachvollziehbar empfinden.

Die zweite Story widmet sich Sabretooth, der sich ähnlich wie Carnage auch vom Saulus zum Paulus gewandelt hat. Nicht unerwähnt sollte man lassen, dass diese Story nach dem Tod von Wolverine stattfindet.

Die erste Story der zweiten Ausgabe von Revolutions stellt Dr. Strange und seinen Gehilfen, Wong, in den Mittelpunkt. Sieht man mal über die Tatsache hinweg, dass Dr. Strange mit seiner Magie eigentlich der Welle des Hasses erhaben sein sollte, legt auch Frank Tieri eine wirklich amüsante Story vor. So scheitert die Kommunikation des Sorcerer Supreme mit höheren Wesen an seiner mangelnden Selbstkontrolle, insbesondere in seiner Ausdrucksweise. Dennoch glaubt der Meister der Magie lediglich ein Wesen finden zu müssen, dass keinen Hass empfindet, um sich so gegen die Welle des Hasses erwehren zu können. Ob dies gelingt, möchte ich nicht verraten. Allerdings kann ich verraten, dass der Schlussgag durchaus gelungen und so nicht wirklich vorhersehbar ist.

Die abschließende Story des vorliegenden Bandes befasst sich mit Thor, der eindeutig schon bessere Zeiten gesehen hat. Mjolnir, den er zurzeit nicht heben kann, liegt nach wie vor auf dem Mond. So erleben wir hier eher einen Thor, wie man ihn aus der Sage der Wikinger kennt. Eitel fragt er sich, wann ihm ein Denkmal gebaut wird. Auch sein Jähzorn flammt immer wieder auf. Er zerlegt eben mal eine Kneipe und verlangt permanent nach Met. Zur Not greift er auch auf Dosenbier zurück. Klar, solch einen Thor werden wir nicht auf Dauer erleben, aber mit diesen Charakterwechseln fährt Marvel zurzeit ganz gut. Sie werfen ein anderes Licht auf die bekannten Charaktere und machen sie so interessant. Die Vorstellungskraft der Leser wird gekitzelt, aber letztendlich bieten solche Perspektivwechsel Raum für neue Stories.

Axis Sonderband # 1 ist wohl nicht zwangsläufig erforderlich, um die Kernserie zu verstehen, aber sie verknüpft doch klug einzelne Charaktere mit AXIS und verschafft einen tieferen Blick. Und dies wird wohl diesmal auch zumindest mal bei Thor Einfluss auf die Soloserien der Helden haben.

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