The Losers # 4: London Calling

 Mit diesem Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben The Losers # 20-25. Voranschicken möchte ich, dass ich bei dieser Rezension leider spoilern muss. Ohne diese Spoiler hätte diese Rezension keinen Sinn ergeben. Alternativ hätte ich die Twists so umständlich umschreiben müssen, dass das Ergebnis auch sinnfrei geworden wäre.

Zweifellos wird mit diesem Band das Finale von Band # 5 vorbereitet.

Fast scheint es, als habe Diggle den Überblick über seinen Plot verloren. Scheinbar wahllos springt er zwischen 2 Handlungssträngen hin und her. Tatsächlich verwebt er diese beiden Stränge allmählich und zunächst kaum spürbar. Schließlich mündet dies in einer Allianz zwischen Stegler und den Losers. Diggle strickt dann weiter an seinem sehr heterogenen Plot, der die Losers auch das Geld von Max verfolgen lässt. Hier sucht Diggle bewusst die Nähe zur Realität, denn die Verfolgung und das Abschneiden von Finanzströmen zählt auch tatsächlich zu den wichtigsten Instrumenten der Bekämpfung des modernen Terrors. In diesem Zusammenhang ist auch die in den Plot eingebaute Pleite der Cayman Credit Internationale, die an die Insolvenz der Lehmann Brothers 2008 erinnert und die eine weltweite Finanzkrise auslöste, mehr als nur ein ironischer Seitenhieb.

Was wiederum das Mysterium an Max ausmacht, ist, dass er den Losers scheinbar immer mindestens einen Schritt voraus ist. Das macht ihn mindestens genau so unheimlich wie die Tatsache, dass ihn Jock noch nicht einmal in einer Frontansicht gezeigt hat. Wir Leser wissen also nicht, wie er nun aussieht.

Was mich dann aber doch gestört hat, ist die Tatsache, dass wir nicht wissen, wie Rogue überlebt hat und wie der genial gesetzte Cliffhanger aus Band # 3 aufgelöst wurde. Vielleicht bekommen wir das noch nachgereicht. Wahrscheinlicher ist das Diggle zumindest in Bezug auf Rogue keine Erklärung nachreicht, weil sie wohl für die weitere Handlung nicht weiter wichtig ist und dass er die Erklärung für den Cliffhanger als damit gegeben ansieht, dass Clay und Aisha ein bizarres Liebesverhältnis eingehen.

Der Action Part auf dem Tanker ist wiederum sehr gradlinig erzielt. Dabei erzeugt Diggle durch Twists, die das wechselnde „Kriegsglück“ beschreiben, Spannung. Der scheinbar holprige Beginn des Bandes wird dadurch nicht nur schnell vergessen, sondern die begonnenen Stränge fügen sich hier nun endgültig zu einer erzählerischen Einheit zusammen. Die Action ist nicht nur von Jock gut dargestellt, sondern sie dient im besten Sinne als Mittel zum Zweck – nämlich des Weitererzählens des Plots. Selbst ein Charakter wie Cougar, der sich sehr um Jensen sorgt, wird weiterentwickelt.

Ich habe noch nicht die leiseste Ahnung, worauf Diggle hinaus will. Da macht es natürlich Spaß zu spekulieren. Will Max den 3. Weltkrieg entfachen oder nur Geld scheffeln? Will er das bestehende Finanzsystem destabilisieren? Handelt er aus eigenem Antrieb oder hat er sogar noch Hintermänner?

Natürlich ist es auch der Fluch der guten Tat, dass dies den Druck auf den Abschlussband erhöht, denn mit einer banalen Erklärung lassen wir uns nicht abspeisen.

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