Trigan # 1: Kampf um Elekton

TRIGAN BAND 1 Wenn es denn eine Serie gibt, für die immer wieder eine Neupublikation für den deutschen Comicmarkt gefordert wurde, war es Trigan.  Da sich Panini nunmehr entschieden hat, auch in das Albensegment einzusteigen, ist der Weg für Trigan freigeworden, da die Lizensierung über DC erfolgt, mit denen Panini ja über einen Generalvertrag verfügt.

Da ich die älteren Publikationen von Trigan (bei Hethke, Rjiperman oder Gevacur) nicht kenne, kann ich diese Serie für mich neu entdecken, was ich als eine Art von Luxus empfinde.Gleich mit Beginn der Serie wird der Leser in die Rahmenhandlung eingeführt. Zufällig landet ein Raumschiff mit den Überresten einer untergegangenen Zivilisation auf der Erde.  Ein Forscher widmet nahezu sein ganzes Leben der Dechiffrierung der fremden Sprache, bis es ihm schließlich gelingt.

Sodann ist der Weg frei zu der eigentlichen Erzählung.

Wir befinden uns auf einem fernen und fremden Planeten namens Elekton. Die Herrschaft über diesen Planeten wollen die an sich technisch und damit auch militärisch weit überlegenen Loka an sich reißen, während ein Nomandenvolk von den Drillingsbrüdern Trigo, Klud und Brag geführt wird. Trigo erkennt die Gefahr, die durch die Loka droht, und sieht nur eine Chance, dass sein Volk auf Dauer überlebt. Die Stämme müssen sich einen und in einer noch zu erbauenden Stadt sesshaft werden. Hierfür erntet er erheblichen Widerstand von Klud.

Der vorliegende Band dient primär dafür, die Charaktere und das Setting einzuführen. Wir erfahren das, was wir über die Völker auf Elekton und den Planeten selbst lernen müssen. Natürlich werden wir auch Zeuge, wie sich der Kampf um die Vormachtstellung innerhalb des Nomadenvolkes entwickelt. Die Drillinge könnten kaum unterschiedlicher sein. Klud steht für die Vergangenheit und ist machtbesessen, Brag ist typischer Jäger und steht für die Gegenwart seines Volkes, während Trigo den Blick in die Zukunft richtet. Im anschaulichen Zusatzmaterial wird er auch als Visionär seines Volkes bezeichnet. Die kriegerischen Umstände auf Elekton führen dazu, dass Perik und Salvia vom Volk der hoch entwickelten Tharv zu den Nomaden stoßen. Da Perik Architket und seine Tochter Ärztin ist, „kaufen“ sich die Nomaden so Fachwissen ein. Perik entwickelt sich im Laufe der Erzählung zu einer grauen Eminenz oder dem „brain behind“.

Natürlich muss es auch zur ultimativen Auseinandersetzung zwischen Klud und Trigo kommen.

Insgesamt ist die Story sehr geradlinig erzählt. Wer also überraschende Wendungen und raffinierte Winkelzüge erwartet, ist hier schlichtweg fehl am Platz. Hinzu kommt, dass die Serie primär Kinder ansprechen sollte und somit für solche Ansätze kein Platz ist. Die Rollen sind klar verteilt. Gut und Böse sind trennscharf definiert. Die Völker von Elekton haben natürlich Ähnlichkeiten mit denen unserer lieben Erde.

Mit Periks Hilfe kann also Trigopolis entstehen. Die Parallelitäten mit Rom sind nicht nur auffällig, sondern durchaus gewollt. Waren die Gründerväter von Rom Romulus und Remus der Legende nach Zwillingsbrüder handelt Trigan von Drillingen. Rom wurde auf 7, Trigopolis auf 5 Hügeln gebaut. In beiden Geschichten liefern sich Brüder ein Kampf auf Leben und Tod. Wenn diese auch völlig anders verlaufen und gestrickt sind, so haben sie doch dieselbe Ursache – die Vorherrschaft über die Stadt. Ferner erinnern die Rüstungen der Nomaden an die Tunica und Lorica der ollen Römer.

Auch die zweite Story in diesem Band dient dazu mit Janno und Keren nicht nur 2 neue Charaktere einzuführen, sondern auch ein Bündnis zwischen den Nomaden und den Daveli herbeizuführen.

Die komplette Erzählweise in ihrer Geradlinigkeit und mit den Captions, die immer wieder die Handlung erläutern, mag dem kritischen Betrachter antiquiert vorkommen. Ich würde sie eher als klassisch bezeichnen. Bahnbrechend waren seinerzeit wohl auch die Vorstellungen von Sci-Fi, was beispielsweise die Flugzeuge betrifft. Heute mag man diese Vorstellungen als überholt bezeichnen, aber es wäre schlichtweg unfair, das Werk aus seiner Epoche zu reißen und nach heutigem Stand zu beurteilen.

Überstrahlt wird dies natürlich vom Artwork von Don Lawrence, der auch Storm geprägt hat. Jedes Panel hat Coverqualität und es macht einfach Spaß, das Auge auf den einzelnen Panels länger verweilen zu lassen, um alle Details optisch aufzusaugen.

Diskussionen gab es bei dieser Ausgabe um 2 Punkte:

Auf dem Rücken hat sich ein Fehler eingeschlichen. So wird Don Lawrence zu Don Lawerence. Doch Panini hat souverän reagiert. Erstens haben sie dies von sich aus offensiv angesprochen und zweitens haben sie einen Aufkleber mitgeliefert, mit dem man den Fehler bereinigen kann. Ich werde dies nicht tun, aber den Aufkleber auch gut aufheben.

Kenner der älteren Editionen haben erkannt, dass das eine oder andere Panel ummontiert wurde. Hier kann man nur feststellen, dass Panini natürlich nur mit dem Material arbeiten kann, das ihnen auch zur Verfügung gestellt wird bzw. das noch nach all der Zeit vorliegt. Schließlich sind einige Stücke des Original Artworks mittlerweile längst in alle Welt verkauft.

Abschließend kann man Panini zum Start des Albenprogramms allgemein und insbesondere zur Auswahl von Trigan im Besonderen nur gratulieren. Trigan wird die Initialzündung des Panini Albenprogramms sein. Das ist mal sicher. Hierfür spricht neben der Herstellung als Hardcover Band auch das informative Zusatzmaterial, das dann seine Stärken hat, wenn es über die Zusammenfassung des Inhalts hinausgeht und beispielsweise Bezug zur Originalveröffentlichungsweise nimmt.

 

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s