Wonder Woman, Band # 1: Blut

Wonder Woman #1 (2011) cover almost textlessMit diesem Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Wonder Woman # 1-6.

Wie ich schon an anderer Stelle des Öfteren angemerkt habe, werde ich Azzarello ewig für 100 Bullets dankbar sein. Gleichzeitig musste ich jedoch feststellen, dass er bei Before Watchmen mit den Ausgaben zu Rorschach und Comedian nicht gerade Volltreffer abgeliefert hat. Und gerade bei einem so ausgearbeiteten und profilierten Charakter wie Rorschach wäre es doch eigentlich ein Leichtes gewesen, eine lesenswerte Story zu Papier zu bringen. Es stellt sich also die Frage, ob er bei Wonder Woman im Superheldenbusiness überzeugen kann.

Schon muss ich die Frage mit einem entschiedenen „Ich weiß es nicht“ beantworten. Dies liegt daran, dass sich Azzarello im vorliegenden Band eindeutig mehr auf die mythologische Seite von Wonder Woman konzentriert, die man folglich eher Diana nennen sollte. Hierauf besteht sie zumindest anfangs gegenüber Zola, die ohne es zunächst zu ahnen, ein Kind Zeus‘ in sich trägt und deshalb in Lebensgefahr schwebt.

Zeus hat den Olymp verlassen und ist unauffindbar. Dies erzeugt per se ein Machtvakuum, das es zu füllen gilt. Besonders seine Gattin, Hera, sowie Appollo bewerben sich um die Nachfolge, während Poseidon und Hardes mehr oder weniger freiwillig verzichten.

Im Mittelpunkt des Plots steht aber neben der Rettungsaktion für Zola das Verhältnis zwischen Diana und ihrer Mutter, Hippolyta. Und da wartet Azzarello mit der großen Überraschung auf. Diana ist die Tochter ihrer Mutter und Zeus. Die Legende, das sie aus Lehm geschaffen wurde und damit die perfekte Amazone ist, hat Hippolyta geschaffen, um Diana vor Hera zu schützen. Dies erschüttert das Verhältnis zwischen Diana und ihrer Mutter sehr nachhaltig und ruft Hera auf den Plan. Gleichzeitig schafft dies natürlich die Verbindung zu Zola und Diana. Diese neue Ausrichtung kann man mit einer moderenen rolle der Frau in der Gesellschaft gleichsetzen.

Klar dürfte sein, dass Azzarello dauerhaft nicht nur den mythologischen Ansatz fahren kann, sondern Diana auch als Wonder Woman fungieren lassen muss. Und wenn ich das erkenne, hat das Azzarello längst erkannt. Jedenfalls spricht hierfür der Schluss, denn Diana möchte von nun an als Wonder Woman angesprochen werden. Sie hat also den Schritt von der Mythologie zu einer weltlichen Identität vollzogen.

Insgesamt hat mich der Band positiv überrascht. Daher werde ich mir Band # 2 demnächst zulegen.

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