Batwoman # 5: Netze

BATWOMAN 5 Was an Batwoman bisher so faszinierend war, ist, dass es die etwas andere Superheldenserie war. Dies liegt nicht nur an Kates sexueller Ausrichtung, sondern vor allem am Artwork von J.H. Williams III, der der Serie eine besondere Prägung gab. Auch die Stories um Batwoman waren alles Andere als Stangenware und hatten bisweilen auch einen Touch Mystery. Es ist daher wohl leicht nachvollziehbar, dass mit dem Wechsel des Kreativ-Teams die Spannung um die Fortsetzung eine besondere war.

Nun, ich habe nie verstanden, warum DC J.H. Williams III und W. Haden Blackman nicht erlaubt wurde, dass Kate und Maggie heiraten. Betrachtet man dies vor dem Hintergrund, dass der Supreme Court das Verbot homosexueller Ehen für rechtswidrig erklärt hat, hätte DC hier die Möglichkeit gehabt, diesem Richterspruch faktisch vorzugreifen. Sicher, man hätte der Heirat von Northstar und Kyle Jinadu bei den X-Men mehr oder weniger nachgeeifert oder hätte sich vielleicht diesen Vorwurf gefallen lassen müssen, aber ich bin mir sicher, dass Blackman und Williams III einen völlig eigenen Weg gefunden und auch beschritten hätten, zumal ihre komplette Story auf dieses Ereignis ausgerichtet war. Vielleicht setzt ja vor dem Hintergrund des Richterspruchs noch ein Umdenken bei DC ein. Wir werden sehen.

Doch nun zurück zum vorliegenden Band:

Die noch offene Story um das BPE und den totenköpfigen Direktor Bones wird relativ routiniert abgeschlossen. Seine Motivation, Batman und Batwoman zu jagen, wird mit einer persönlichen Obsession erklärt. Nachdem dieser Plot eigentlich mit viel Aufwand aufgebaut wurde, ist diese Erklärung zwar nachvollziehbar, aber doch etwas zu billig. Als Leser hätte man da eine große Verschwörung vermutet.

Andreykos Story „Netze“ ist wirklich eine solide Superheldenstory, die gut unterhält. Weder den Kauf des Bandes noch das Lesen habe ich bereut, aber dennoch hat das besondere, was die Serie bisher ausgemacht, zweifelsohne gefehlt. Erst gegen Ende der Storyline traut sich Andreyko, das Privatleben von Kate und Maggie zu schildern. Jedoch konzentriert er sich bewusst auf deren Probleme und lässt eventuell glückliche Momente außen vor. Vielleicht behält er sich dies noch vor.

Was jedoch an der Superheldenstory positiv hervorzuheben ist, ist die Vernetzung von Detektiv- und Superheldenarbeit.  Der Detektivfall ist allerdings relativ leicht vorhersehbar. Doch das ist nicht weiter wichtig, weil die Auflösung oder zumindest zum jetzigen Zeitpunkt „Nicht-Auflösung“ ist das, was zurückbleibt und für den Plot essentiell wichtig ist.

Betrachtet man sich das Artwork, muss man natürlich an dieser Stelle fair bleiben. Derzeit kann wohl niemand in der Szene J.H. Williams III das Wasser reichen. Dies betrifft nicht zwingend seinen Strich, der natürlich außergewöhnlich ist (und nicht umsonst hat ihn Neil Gaiman für Sandman: Ouvertüre verpflichtet). In erster Linie ist es seine verblüffende Panelarchitektur, die völlig neue und verblüffende Maßstäbe gesetzt hat. Trevor McCarthy ist sichtlich bemüht, ihm nachzueifern und hat einige wunderbare „Bild im Bild“ Panels gezeichnet. Dennoch vermisst man den verblüffenden Wechsel, den Williams III scheinbar mühelos aus dem Ärmel gezaubert hat.

Zusammenfassend bleibt also festzuhalten. Batwoman macht auch mit dem neuen Kreativ Team nach wie vor Spaß und ist in jedem Fall lesenswert, aber das Außergewöhnliche und der besondere Touch der Serie sind mit dem alten Kreativ Team gegangen.

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