Spider-Man in Venedig: Das Geheimnis des Glases

MARVEL GRAPHIC NOVEL 8: SPIDER-MAN IN VENEDIG Eingangs sollte ich erwähnen, dass wir uns in der klassischen Spider-Man Zeit befinden. Peter schießt noch Fotos für den Daily Bugle, dessen Eigentümer der stets übel gelaunte Jonah J. Jameson ist. Dieser schickt Peter nach Venedig, damit er endlich einmal „schöne Fotos“ schießt. Da Peter im Moment von all den Maskenträgern in New York genervt ist, willigt er nur allzu gern in diesen Auftrag ein.

Die vorliegende Story von Tito Faraci ist angenehm erfrischend und zeigt, was möglich ist, wenn sich 2 europäische Künstler des Netzschwingers annehmen. Faraci räumt selbst ein, dass ihm der permanente Wechsel zwischen Targödie und Komödie bei Spider-Man den meisten Spaß bereitet hat. Dies lebt er in der Story gekonnt aus und fügt hier und da noch den einen oder anderen ironischen Unterton hinzu. So ist Peter Parker der Maskenträger überdrüssig, um in Venedig zu Zeiten des Karnevals zu landen, so dass er nur noch auf mehr Maskenträger trifft. Hinzu kommen das Trockenfönen des Kostüms und das Vermissen der Hochhäuser New Yorks.

Die tragischen Momente sind die Begegnungen mit dem Grafen, der einen besonderen Weg gefunden hat, um Dinge in Glas zu verwandeln bzw. ein besonderes Glas entwickelt hat. Somit stellt der Graf eine gelungene Mischung aus dem Green Goblin, Nosferatu und Doctor Octopus dar.

Die Story selbst glänzt nicht zwangsläufig mit Tiefe, aber das ist auch nicht wirklich ausschlaggebend. Es ist das Spiel mit Klischees. So wird beispielsweise das Geheimnis um den Grafen und das Glas natürlich auf Murano gelöst. Leider gibt es auch 2 Löcher im Skript. Wieso kann Spider-Man den Grafen verstehen, obwohl er kein Wort italienisch spricht? Das mag ja in den Kampfszenen selbst erklärend sein. Aber sonst? Immerhin wundert sich Spider-Man selbst darüber.

Dann wird eine geheimnisvolle Verbindung zwischen dem Grafen und Spider-Man über den „Orden der Spinnen“ angesprochen, die zweifelsohne besteht, aber nicht wirklich näher erklärt wird.

Ich will jetzt nicht sagen, dass dies gleichgültig ist, aber der Charme des Comics in seiner Gesamtheit schlägt diese vermeintlichen „Löcher“. Ich spreche hier ganz bewusst von „Comic“, denn das Artwork von Giorgio Cavazzano, der auch schon für Disney tätig war, ist überragend. Eindeutiger Höhepunkt ist dabei das Panel, das den Grafen in seinem Labor zeigt. Der Leser sieht das Büro aus der Vogelperspektive, also aus Spider-Man’s Perspektive. Besonders beeindruckend ist, dass das Labor auch in mehreren Tiefen gezeigt wird.

Panini hat den Band als Messe Exklusiv anlässlich des Comicsalons Erlangen 2006 im Format 28 cm x 22 cm als Hardcover veröffentlicht. Cavazzano war seinerzeit persönlich zu Gast bei den Paninis.

Der positive Eindruck des Comics wird durch einen ausführlichen Blick „Hinter die Kulissen“ abgerundet.

Panini hat den Comic in der Rubrik Marvel Graphic Novels veröffentlicht – lange, bevor die Graphic Novel als eigenständige Form auf dem deutschen Comicmarkt etabliert und auch kultiviert wurde.

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