Coraline

 Coraline ist ein neunjähriges Mädchen, das mit ihren Eltern in ein altes Haus gezogen ist. Schon bald lernt sie die skurrilen Mitbewohner wie die Schauspielerinnen im Ruhestand Miss Spink und Miss Forcible sowie Mr. Bobo, der einen Mäusezirkus trainiert, kennen.

Coraline merkt schnell, dass etwas mit dem Haus nicht stimmt und interessiert sich für eine verschlossene Tür. Ihre Mutter öffnet diese Tür für sie, um ihr zu zeigen, dass sich dahinter nichts Besonderes verbirgt. Doch als Coraline den Raum hinter der Tür noch einmal auf eigene Faust erforscht, findet sie eine eigene, alternative Welt vor.

Auf den ersten Blick erscheint diese Welt perfekt zu sein. Doch schon bald entdeckt Coraline, dass diese Welt unheimlich ist und von ihrer „anderen“ Mutter beherrscht wird. Coraline hat enorme Schwierigkeiten, nach Hause zurückzukehren. Um dies jedoch zu realisieren, fordert sie ihre andere Mutter zu einem Spiel heraus.

Bei dem vorliegenden Band handelt es sich um ein Kinderbuch Gaimans, das von P. Craig Russell erfolgreich als Graphic Novel für die Neunte Kunst adaptiert wurde.

Coraline findet eine düstere Welt vor, die viel unheimlicher und bedrohender als beispielsweise das Wunderland, in dem Alice ihre Abenteuer erlebt. Und natürlich möchte man ihr zurufen, dass sie ihr Glück nicht herausfordern soll, als sie ein zweites Mal durch die Tür geht. Natürlich bleibt dieser Ruf unerhört.

Gaiman macht relativ schnell und unmissverständlich deutlich, dass wohl nur ein Kind das Abenteuer bestehen und das Spiel mit der anderen Mutter gewinnen kann. Dies liegt auch daran, dass eben diese andere Mutter Coralines wirkliche Eltern entführt, um zu verhindern, dass sie wieder in ihre eigene Welt zurückkehrt. Gleichzeitig handelt Coraline zwar nicht unüberlegt, aber doch intuitiv, was ihr wesentlich hilft, ihr Spiel zu gewinnen.

Coraline wird von ihren Eltern, die von zuhause aus arbeiten, zwar zuvorkommend, aber auch ein bisschen vernachlässigend behandelt. Coraline hat also viel Zeit für sich, und so ist es kein Wunder, dass sie die Zeit, die sie für sich hat, entsprechend nutzt und schlussendlich die andere Welt entdeckt.

Wesentlich mitgetragen wird die Handlung auch von den Nachbarn im Haus. Miss Spink und Miss Forcible freuen sich, wenn sie von Coraline besucht werden. Im Gegenzug hört sie sich ihre Erzählungen „von früher“ an. Gleichzeitig verfügen die beiden Damen offensichtlich um latent vorhandene mystische Kräfte, denn sie nehmen eine Gefahr wahr, die Coraline bedroht. Mit Hilfe eines magischen Steines, den sie von Miss Spink erhält, kann Coraline in der anderen Welt verborgene Dinge erkennen.

Auch Mr. Bobo und sein Mäusezirkus spielen eine nicht unwichtige Rolle. Die Mäuse haben nämlich eine Botschaft für Coraline, dass sie nicht durch die verschlossene Tür gehen soll.

Die Katze, die zwischen den Welten nach Belieben hin- und herfegt, ist in der anderen Welt eine wertvolle Hilfe für Coraline, während sie in der realen Welt eine gewöhnliche Hauskatze darstellt.

So steht Gaimans Roman wie auch die Comic Adaption nicht für das Erwachsenwerden eines Kindes, denn dafür ist Coraline mit ihren neun Jahren zu jung, aber er steht ebenso zweifellos für die ersten Schritte zu mehr Unabhängigkeit von den Eltern sowie für Mut und Selbstfindung in ein einer Welt, die eigentlich von erwachsenen dominiert wird. So bleibt der Plot spannend, voller Wendungen und hintergründig – ein Gaiman eben.

Es ist nicht untypisch für Gaiman, dass er die Story mehrere Jahre mit sich herumgetragen hat, bevor er sie in Form eines Romans realisiert hat. Aber auch das Schreiben des Romans hat seine Zeit gebraucht. Acht Jahre hat es gedauert, bis Gaiman das Kinderbuch vollendet hat, was auch die Widmung erklärt.

Der Name Coraline entstand aus einem Tippfehler, denn eigentlich wollte Gaiman Caroline schreiben. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit beließ es Gaiman bei diesen Namen und korrigierte seinen Schreibfehler nicht.

Mittlerweile wurde Gaimans Roman auch erfolgreich verfilmt.

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