Spider-Woman # 1: Im Netz der Spinnenjäger

SPIDER-WOMAN 1 Mit diesem Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Spider-Woman # 1-4 sowie Marvel Spotlight # 32. Spider-Woman a.k.a. Jessica Drew ist einer der Charaktere, an dem Marvel in den letzten Jahren sehr intensiv gearbeitet hat. War sie lange Zeit in der Versenkung verschwunden, hat sie zunächst bei den Avengers ein Comeback gefeiert, um dann zunächst als Skrull Queen enttarnt zu werden. Es fügte sich dann auch gut in die Vita von Spider-Woman ein, dass sie bei den Avengers nie so richtig ankam, sondern über ihr mal mehr, mal weniger intensiv dieser Dünkel schwebte.

Mitten in den Ereignissen von Spider-Verse erhält also Spider-Woman eine neue Chance für eine Soloserie. Dies bedeutet für Dennis Hopeless, dass er nicht zwingend einen leichten Start für Spider-Woman als Soloserie hat, da Spider-Verse als Event viel Raum benötigt. Hinzu kommt, dass gerade in Ausgabe # 1 auch Silk als Charakter eine große Rolle spielt. Auch dies liegt in der Natur der Sache, denn auch Silk wird demnächst eine eigene Soloserie erhalten.

Umso erstaunlicher ist der Job, den Hopeless hier macht. Er versteht es, Spider-Woman als Serie relativ schnell ein eigenes Profil zu geben. Dies gelingt natürlich in den Passagen am besten, in denen Spider-Woman weniger Aufpasserin für Silk ist als Geheimagentin in Loomworld, der Heimat der Inheritors. Gerade ihr innerer Dialog, der voll von feiner Ironie ist, etabliert Spider-Woman als den „Fun Aspekt“ in Spider-Verse, ohne den eigentlich ernsten Hintergrund zu vernachlässigen.

Erst die vierte Ausgabe setzt dann den Übergang von Spider-Verse zu einer eigenen Soloserie. Auch hier bedient sich Hopeless eines kleinen Kniffs, indem er Spider-Woman bei den Rächern aussteigen lässt. Er ist jedoch clever genug, ein Hintertürchen offen zu lassen. Der inhaltliche Sprung ist für den Leser allerdings groß, denn diese Ausgabe spielt nach den Ereignissen aus Spider-Verse. Natürlich ist es kein Spoiler im eigentlichen Sinne, dass die Spider-Men als Sieger aus dem Kampf gegen die Inheritors hervorgehen. Gut ist, dass wir hier nicht erfahren, wie dieser Sieg errungen wird.

Greg Land ist ein Künstler, der die Lesergemeinde immer spalten wird. Ich denke, er liefert eine sehr ordentliche Leistung ab, da er es mittlerweile versteht, seine Charaktere mit Emotionen in der Mimik zu zeichnen, auch Wert auf Hintergründe legt und seine Panels längst nicht mehr so statisch anlegt wie zu Beginn seiner Karriere bei Marvel.

Der Band wird durch Spider-Woman’s ersten Auftritt in Marvel Spotlight aus dem Jahr 1977 abgerundet. Wir erfahren dort mehr, aber nicht alles, über ihre Origin, die im Übrigen später einen Retcon erfahren wird. Schon damals war sie als Charakter so angelegt, dass es für sie schwierig war, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und sich einzuordnen. Erstaunlich ist auch, dass sie damals noch nicht Spider-Woman, sondern Arachne hieß. Marvel stand seinerzeit unter einem gewissen Zeitdruck, weil sich das Gerücht hartnäckig auf dem Markt hielt, dass DC eine Serie mit einem Charakter, Spider-Woman, veröffentlichen wollte. Dies wollte und konnte Marvel natürlich nicht geschehen lassen. Den Zeitdruck merkt man in erster Linie ihrem gewöhnungsbedürftigen Kostüm mit Vollhaube an, aber dies wurde dann ja relativ schnell korrigiert.

Mit dem vorliegenden Band ist Spider-Woman als Soloserie bei Marvel NOW! in jedem Fall definitiv angekommen.

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