Trigan # 2: Die Invasoren von Gallas

TRIGAN+BAND+2 Band # 2 von Trigan umfasst mit Die Invasoren von Gallas (also der Titelstory), Der herabstürzende Mond sowie Land ohne Wiederkehr gleich 3 Episoden.

Die in diesem Album veröffentlichten Stories sind sehr unterschiedlich und beziehen nicht zuletzt daraus ihren Reiz. Ein herabstürzender Mond, der zunächst scheinbar auf Loka stürzen wird, bringt das Volk der Loka nach ihrer vernichtenden Niederlage zu einem weiteren Versuch, Trigopolis einzunehmen.

Butterworth legt hier eine durchdachte Story vor, die richtig gut unterhält. Hierzu gehört die Wendung um Trigo und Brag, die zunächst fliehen müssen, um Trigopolis zu retten. Ferner scheut Butterworth nicht, Elekton zu erweitern. Da ist nicht nur die große Wüste, sondern auch mit den Seres ist ein uns bis jetzt noch unbekanntes Volk hinter dieser Wüste ansässig . Diesen Ansatz benötigt Butterworth, damit es Trigo und Brag gelingt, dass Trigopolis zurückerobert werden kann. Wie schon erwartet, werden Janno und Keren für den Plot immer wichtiger und drängen mehr und mehr in den Vordergrund. In einem Nebenstrang der Story tragen auch sie ihren Beitrag zur Wende im Kampf gegen die Loka bei.

Generell stellt Lawrence sein Talent unter Beweis, skurrile und bizarre Wesen zu zeichnen. Da ist gleich in der ersten Episode die Riesenraube mit den Augen einer Stubenfliege, die Janno und Keren begegnen. Doch auch die Invasoren von Gallas, deren Aussehen ebenfalls der Insektenwelt entliehen ist, fallen hierunter. Gerade solche Kniffe machen Trigan lesens- wie sehenswert. Es macht einfach Spaß, mit Don Lawrence fremde Welten zu entdecken. Im Gegensatz hierzu steht die befestigte Stadt Trigopolis, die in der Panoramaansicht mit der Gruppierung um eine Akropolis eher griechisch anmutet, aber bei den Szenen in den Straßen und Gassen eher einen orientalischen Touch erhält, wobei die Entstehungsgeschichte aus Band # 1 und die dort geschilderten Rohdaten der Stadt eindeutig an Rom erinnern. Merke, der Mix macht’s.

Was ich an Trigan mehr und mehr zu schätzen weiß, ist, dass und wie die einzelnen Episoden ineinander greifen. Der rote Faden ist für uns leicht erkennbar und das soll auch so sein.  So erwächst aus dem herabstürzenden Mond die erste außerirdische Gefahr für Elekton. Auch hier gibt es Parallelen zu der ersten Episode. Bei allem technischen Fortschritt ist es schlussendlich reine Muskelkraft, die den Sieg bringt. Soll heißen, Einfallsreichtum und Handlungsbereitschaft schlagen Technik. Treffend aufgegriffen ist in dem Zusatzmaterial, das im Vergleich zu Band # 1 einen deutlichen Schritt nach vorn macht, die Ähnlichkeit der Invasoren mit den Morlocks aus der Verfilmung des Romans Die Zeitmaschine von H.G. Wells.

Auch die dritte Episode bedient sich verschiedener Mythologien. Der Fluss „Pyx“ erinnert an Styx, jenen Fluss aus der griechischen Mythologie, der direkt in den Hades führt. Die Zeremonie, auf einem Boot in den Tod zu reisen, basiert wiederum auf dem Glauben der Wikinger. Generell verbindet aber, den Übergang zwischen Leben und Tod als Reise zu verstehen, mehrere Religionen oder Mythologien. Dass Butterworth dann eben damit bricht, ist ein fast schon brisanter Ansatz. Die Bewohner von Trigopolis sparen Zeit ihres Lebens für ihre letzte große Reise, um dann versklavt zu werden. Das hat schon einen deutlichen atheistischen Ansatz, während es dann schon wieder biblisch ist, dass das Volk der Zerds von einer Sintflut, die aber künstlich erzeugt und keinesfalls göttlichen Ursprungs ist, weggespült wird.

Somit bereitet auch Band #2 der Serie pures und klassisches Lesevergnügen. Natürlich gibt es Ungereimtheiten oder auch Lücken im Skript, aber der Spaß an der Serie und damit natürlich am Artwork von Lawrence trösten darüber hinweg.

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