Zehn Gebote # 7: Tod den Verschwörern

 Nach dem christlichen Glauben hat Moses die 10 Gebote am Berg Sinai direkt von Gott empfangen und auf Steintafeln geschrieben.

Folgt man Giroud, hat auch Mohamed 10 Gebote für den Islam hinterlassen und auf Kamelknochen geschrieben.

Giroud hat auf dieser Basis eine Comicserie mit jeweils unabhängigen und sich auf die einzelnen Gebote beziehenden Plots geschrieben. Die deutsche Ausgabe ist bei comicplus erschienen.

Das siebte Gebot lautet: Sei aufrichtig denen gegenüber, die Dich lieben!

Auch mit der # 7 legt Giroud eine bemerkenswerte Ausgabe vor und unterstreicht eindrucksvoll, dass er noch jede Menge Sprit im Tank hat. Neben der durchaus spannenden Handlung erfahren wir auch, warum es nur eine Ausgabe von Nahik und aus welchem Grund es überhaupt auch eine gedruckte Ausgabe gibt. Diese Aspekte des Plots fallen unter das Gesamtkonzept dieser bemerkenswerten Serie, denn genau dieses Gesamtkonzept erhält so weitere deutliche Konturen.

Die Handlung spielt mittlerweile im Paris des Jahres 1822. Somit bewegen wir uns auf dem Zeitstrahl weiterhin rückwärts. Paris durchlebt unruhige Zeioten. Immer wieder kommt es zu Hinrichtungen von Verschwöreren, die sich gegen den König auflehnen. Wir befinden uns also in der Regierungszeit von Ludwig dem XVIII. Beim hungernden Volk galt er als äußerst unbeliebt, obgleich er außenpolitisch große Erfolge zu verzeichnen hatte. Eine Gruppe von Militärs versucht ihn in diesem Band zu stürzen, weil sie Frankreich vor ihm bewahren wollen. Sie verstehen sich also als Patrioten. Diesen Aspekt arbeitet Giroud sehr betont heraus und spinnt darum eine nahezu unerfüllte Liebesgeschichte um Leutnant Odilon Vitrac und der Generalsgattin Hortense Fleury, die mit dem Verkauf von Nahik den Widerstand sponsern möchte. Da die Amtszeit von Ludwig XVIII erst 1824 endete, ist es leicht, sich auszumalen, wie das Schicksal der Widerstandsgruppe verläuft. Entscheidend und überraschend ist, wie und von wem die Widerstandsgruppe verraten wird und vor allem, wann wir dies als Leser erfahren. Trotz des einen oder anderen dezenten Hinweises lüftet Giroud dies erst auf den letzten Seiten. Erst dann können wir die Captions einem Erzähler zuordnen und wir erkennen einmal mehr, dass solche Captions auch heutzutage in Comics durchaus ihren Sinn haben und entsprechend Verwendung finden können, zumal sie von Giroud nur dezent und keineswegs inflatorisch eingesetzt werden.

Stilistisch folgt Gillon seinen Vorgängern. Im Vordergrund stehen eindeutig die Charaktere. In den Panels, in denen  es für den Plot oder die Atmosphäre wichtig ist, versteht er es durchaus, auch Hintergründe zu zeichnen bzw. einfließen zu lassen.

Giroud fügt seinem Gesamtkunstwerk mit dieser Ausgabe eine weitere Perle hinzu.

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