Golden Dogs # 1: Fanny

 Die Handlung spielt im viktorianischen London des Jahres 1820. Die Stadt selbst ist ein Schmelztiegel an Menschen, Umständen und gesellschaftlichen zuständen. Insbesondere die Diskrepanz zwischen Arm und Reich ist groß. Die Stadt wird aristokratisch mit Eiserner Hand regiert. Der Vollzug von Todesstrafen gehört zur Tagesordnung.

James Orwood stellt eine Bande zusammen, um Verbrechen bsiher ungeahnter Dimensionen ausüben zu können. Die Mitglieder der Bande, die er die Golden Dogs nennt, verfügen über unterschiedliche Talente. Es handelt sich um Fanny, Lario, Lucrecia sowie James selbst.

Beim vorliegenden Band handelt es sich um eine typische Auftaktnummer, die Neugier wecken soll und des auch tut. Der Plot wird aus Sicht der Titelheldin dieses Bandes, Fanny, erzählt. Die Story ist vielversprechend erzählt, auch wenn das Eine oder Andere nur angerissen und so unvollendet erzählt wird. Hier setze ich auf die übrigen 3 Teile, der auf 4 Teile angesetzten Serie. Es wirkt fast schon schade, dass bereits auf dem Text des Rückens des Albums ein Verräter angekündigt wird, aber ich denke, hier geht es weiniger um das „ob“ als vielmehr um die Motivation des Verräters und natürlich das Miträtseln. Fanny selbst ist ein gut profilierter Charakter, der dem Leser sympathisch erscheint. Eher distanziert ist das Verhältnis der Leser zu James Orwood, was aber auch bewusst von Desberg so angelegt ist, damit er mysteriös erscheint.

Desberg ist natürlich ein profilierter Autor, den wir von so unterschiedlichen Serien wie I.R.$., Die Unsterblichen, Der Skorpion oder auch Empire USA quer (um nur einige zu nennen) durch die deutsche Verlagslandschaft kennen. Was mich an den Golden Dogs überrascht, ist, dass er den Plot wesentlich schneller entwickelt als die Charaktere. Vermutlich ist dies der Tatsache geschuldet, dass er so den Verräter möglichst lang gegenüber uns verschleiert. Gleichzeitig ist dies das Ungewöhnliche an dieser Serie.

Griffo ist nicht weniger bekannt. Giacomo, Vlad oder auch Samba Bugatti sind Serien, mit denen er einem breitem Publikum bekannt geworden ist. Was mich an seinem Artwork in diesem Band beeindruckt, sind die wechselnden Perspektiven sowie der Tatsache, dass er mal mehr Wert auf die Charaktere, mal mehr auf die Kulisse legt. Die Kulisse bildet ein düsteres, fast schon beklemmendes, London, was sich natürlich bestens zum Plot fügt und ihn auch so prägt.

Desberg und Griffo – da kann Panini eigentlich nichts falsch machen. Das Wagnis, diese Serie auf dem deutschen Markt zu veröffentlichen, liegt dann eher darin, dass die Erzählweise schon ein wenig ungewöhnlich ist. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

Vom Kauf des Titels war ich zunächst nur zu rund 80% überzeugt. mein Comic Dealer, Ekki Helbig vom T3 hat mir zum Kauf geraten und ich habe ihn zu keiner Sekunde bereut.

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