Spider-Gwen # 1: Drahtseilakt

 Mit diesem Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Spider-Gwen # 1-5.

In einem Paralleluniversum, nämlich Erde-65, ist Peter Parker in den Armen Gwen Stacys gestorben, die zuvor von einer radioaktiv verseuchten Spinne gebissen worden war und so ihre Spinnenkräfte erhalten hatte. Als Spider-Woman sorgt sie nun für Recht und Ordnung.

Wie keine andere Figur aus Spider-Verse sorgte Spider-Gwen für Furore und löste geradezu einen Hype aus. Natürlich reagieren die geschäftstüchtigen Marvel Macher auf solche Umstände und spendierten glatt eine Soloserie für die neue Spider-Woman.

Eigentlich war ich ja bisher davon ausgegangen, dass in den letzten Jahren genug Spider-Women umgekommen oder wie Julia Carpenter zu Madame Web befördert wurden, damit die Bahn für Jessica Drew als alleinige Spider-Woman frei war. Nun gesellt sich mit Gwen Stacy eine neue Spider-Woman hinzu. Doch was macht ihren Erfolg aus? Nun, da ist erstmal ihr ziemlich cooles Kostüm, das mit einem Hoddie ergänzt wird. Auch sie schlägt sich mit Alltagsproblemen rum. Sie muss ihre Band, die Mary Janes, im Stich lassen, um ihren Aufgaben und selbst erwählten Pflichten als Superheldin nachzukommen. Das wollen die Bandmitglieder, die vornehmlich aus bekannten Spiegelcharakteren des 616-Universums bestehen, nicht so einfach auf sich beruhen lassen und wollen sie zur Band zurückholen. Außerdem finden sie einfach keinen adäquaten Ersatz. Der Band steckt gerade zu Anfang voller popkultureller Anspielungen, wie Stirb Langsam 9, die einfach jede Menge Spaß vermitteln. Daneben finden wir jede Menge Charaktere wieder, die wir längst kennen und die auf Erde-65 unter völlig veränderten Vorzeichen agierten. Ich erwähne da mal nur einen gewissen Matt Murdock. Doch ich will hier nicht zu weit gehen, sondern nur verdeutlichen, dass dies ein weiteres Erfolgsgeheimnis dieser Serie ist. Das sollte jedoch im Einzelnen jeder selbst lesen, denn die Twists des 616-Universums tragen auch den Plot in nicht unerheblichem Umfang.

Im Laufe des Bandes eröffnet Latour ein paar Parallelhandlungsfäden und Subplots. Dies erfordert vom Leser eine gewisse Aufmerksamkeit, um nicht abgehängt zu werden. Gleichzeitig erkennen wir aber, dass diese Handlungsfäden mehr oder weniger lose miteinander verbunden sind.

Natürlich kann Latour ein paar Dinge völlig anders angehen als seine Kollegen, die Stories für das 616-Universum schreiben. So ist besonders Gwens Besuch bei Tante May von besonderer Intensität und ich mag auch, wie Latour Tante May darstellt. Sie hat einen gewissen eigenen Drive, wovon die Serie noch erheblich profitieren könnte.

Selbst so klassischen wie eigentlich verbrauchten Gegnern Spider-Mans wie dem Geier haucht Latour neues Leben ein. Kurzum, Latour nutzt seine Freiheiten und setzt sie geschickt ein.

Robbi Rodriguez gibt dieser Serie ein ganz besonderes Gesicht. Diese Gwen ist nicht so perfekt durchgestylt wie die verstorbene Gwen Stacy aus dem 616-Universum. Man bedenke, dass die uns bekannte Gwen ihre Prominenz, die eine Neuausrichtung der Superheldenserien zur Folge hatte, eigentlich ausschließlich ihrem tragischen und wirklich perfekt inszenierten Tod verdient. Rodriguez weiß, dass er sie so darstellen muss, dass sie noch ihren Platz, auch im Superheldengeschäft, sucht, und sich dabei auch gegen ihren Übervater, George Stacy, behaupten muss. Dieser möchte nämlich, dass sie ihren Hoddie an den Nagel hängt. klar, dieses Motiv kennen wir sehr gut, aber es sind die Umstände, die die Story hier verändern und fast schon dramatisieren. Sein Farbkonzept findet anleihen in der Pop-Art und gerade das Cover des Bandes ist einfach nur cool.

Sollten Latour und Rodriguez auch nur annähernd das Niveau dieser Serie halten können, werden wir noch einigen Spaß an ihr haben.

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