Neue Geschichten von Vater und Sohn

 Fast 80 Jahre (!), nachdem e.o. plauen seine Vater und Sohn Geschichten einstellte, lassen sie Marc Lizano als Autor und Ulf K. als Co-Autor sowie Zeichner neu aufleben.

Natürlich stellt sich die Frage, ob die Geschichten um Vater und Sohn auch heute noch funktionieren und ob von ihnen heute noch die Magie von einst ausgehen kann.

Nun, die Antwort ist komplex, aber findet sich in den Geschichten selbst wider.

Zunächst einmal sind die Geschichten des vorliegenden Bandes in 4 Kapitel unterteilt, die sich wiederum nach den Jahreszeiten richten. Dieser Ansatz folgt durchaus den traditionellen Geschichten, die immer mal wieder von den Jahreszeiten und dem damit einhergehenden Wetter beeinflusst waren.

Doch dann gibt es einige Aspekte, die zeigen, dass die neuen Geschichten auch in der Gegenwart angekommen sind. Und das ist notwendig und auch gut so. Da streiten Vater und Sohn schon mal miteinander, ob es mehr Spaß macht, selbst aktiv zu werden oder ein Spiel am PC zu zocken. Auch das Folgen oder Nichtbefolgen einer Diät ist Thema. So könnte ich hier noch einige Themen aufzählen, aber lest ruhig selbst.

Ich gebe gerne zu, dass bei mir die Skepsis überwog, als ich den Titel in der Panini Vorschau entdeckt hatte und mir sogar ein „Och, nö!“ entlockte. Zu groß sind meine Erwartungen an Vater und Sohn Geschichten und zu persönlich meine Erfahrungen, auf die ich an anderer Stelle eingehen werde, mit ihnen.

Doch gleich mit dem ersten Strip holt das Autoren Duo seine Leser ab. So ist nicht nur e.o. plauens letzter Strip abgedruckt, die Vater und Sohn in den Himmel steigen lassen, sondern der erste Strip der neuen Geschichten greift diesen gleich auf, so dass Vater und Sohn wieder hinabsteigen. Das Beschreiten des Weges korrespondiert dann wieder mit dem vorletzten der klassischen Strips und zeigt auch, dass die beiden „Helden“ auch weiterhin gemeinsam ihren Weg beschreiten werden.

So sind auch die neuen Geschichten mit großer Sensibilität erzählt und machen auch vor leiser Gesellschaftskritik keinen Halt. Doch es ist die Form der Kritik, die uns als Betrachter der Strips schmunzeln lässt, weil sie eben ohne den berühmten erhobenen Zeigefinger auskommt.

Wie auch die klassischen Strips wird nahezu die komplette Gefühlspalette bedient und wir bekommen, wenn auch nur in Form eines Engels, die Mutter zu sehen und wir erfahren, dass sie im Grunde nach wie vor eine Familie sind.

Ulf K. orientiert sich zeichnerisch an e.o. plauen, ohne ihn komplett zu imitieren. Der Vater ist ein wenig erschlankt und wirkt doch auch etwas gedrungener. Der Strich Ulf K.’s ist klarer und zu den klassischen schwarz-weiß Zeichnungen gesellt sich hier ein Rot hinzu.

Der Grundstein für weitere Geschichten ist gelegt. Ich hoffe, wir bekommen hiervon noch mehr, denn die Magie dieser Geschichten lebt auch heute noch fort.

Panini hat die neuen Geschichten in einem schicken Hardcover Band veröffentlicht. Hinzu kommt ein informatives wie auch unterhaltsames Vorwort von Andreas Platthaus, das versteht, die klassischen mit den neuen Geschichten zu verbinden. Diese 14,99 € lohnen sich definitiv!

Leider hat der Südverlag offenbar nicht mitgezogen. Eine Neuauflage der traditionellen Geschichten gerade zur Weihnachtszeit hätte ein Renner werden können.

 

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4 Gedanken zu “Neue Geschichten von Vater und Sohn

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