Fables # 26: Lebewohl

FABLES+26%3A+LEBEWOHL Mit dem vorliegenden Band veröffentlicht Panini die US-Ausgabe Fables # 150. Gleichzeitig handelt es sich um die Schlussnummer dieser wunderbaren Serie. Und man darf es mir glauben, dass bei all dem Stühlerücken und freiwerdenden Programmplätzen, das kurz- und mittelfristig bei Panini  stattfinden wird, die Fables die Serie sein wird, die ich am meisten vermissen werde.

Mit der extradicken Schlussnummer greift Willingham alle losen Fäden auf, spinnt sie weiter und führt sie einem würdigen Ende zu. Zumindest mir ist kein loser Faden mehr bekannt.

Kern- und Herzstück des vorliegenden Bandes ist der seit längerer Zeit schwelende Konflikt zwischen Snow White und Red Rose. Beide unterstehen einem Fluch, der seit Jahrtausenden die Familie belastet. Dieser Fluch wurde von Willingham nicht dezidiert dargelegt und doch scheint seine Macht schier grenzenlos zu sein. Dieser Aspekt ist für Willingham auch der interessantere Aspekt, weil er die beiden Schwestern aufeinanderhetzt. Wie er dann diesen Konflikt auflöst, ist nichts weniger als ein wertvolles Stück Literatur, weil es den Willen der Menschen als eine Art ultimative Macht betont, ohne dass dies allzu pathetisch erscheinen würde. Wer also die große epische Schlacht sehen oder lesen möchte, wird vielleicht enttäuscht sein, aber diese hatte Willingham ja eigentlich schon erzählt. Und es tut richtig gut, dass er sich eben nicht wiederholt. Es ist eher so, dass sich 2 übermächtige Parteien gegenüberstehen, von denen keine wirklich gewinnen könnte. Wie Willingham diese Wendung herbeiführt, hat dann einmal mehr shakespearhafte Züge. Wie es einst Henry, V. getan haben soll, verkleidet sich Red Rose und unterhält sich mit einer einfachen Soldatin, deren Identität wir nicht erkennen und die doch offensichtlich sein sollte.

Sollte dennoch jemand einen epischen Kampf brauchen, dann darf er sich um den Kampf mit tödlichem Ausgang zwischen Frau Totenkinder und Cinderella berauschen. Da zeigt Willingham durchaus, dass er auch die schwere Klinge schwingen kann.

Es folgen dann noch 21 Kurzgeschichten, die gänzlich von Willingham geschrieben und von verschiedenen Künstlern gezeichnet wurden. hierzu gehört auch eine Story in Prosa mit einer eindrucksvollen Illustration.

Natürlich spielt Willingham in seiner furiosen Schlussnummer noch einmal mit allen Versatzstücken, die wir nun über 12 1/2 Jahre erleben durften.

Bei diesem Abschlussband kann man schlecht eine Kaufempfehlung aussprechen. Die meisten Interessierten haben die Serie wohl längst für sich entdeckt. Und wer dies noch nicht getan hat, sollte wohl besser bei Band # 1 einsteigen. Man wird es nicht bereuen.

Bei Panini geht der Spaß noch weiter. mit Band # 27 wird der Spin Off Band 1001 Schneeweiße Nächte in die Serie integriert.

Ich bin mir sicher, dass ich irgendwann einmal morgens mit einem Lächeln aufstehen werde und die Serie noch einmal von Anfang an lesen werde.

Der Titel Lebewohl ist somit nicht nur ein Abschied von den Charakteren und der Sie, sondern auch ein Gruß an die Lehrer, was das lesenswerte Nachwort Willinghams noch einmal unterstreicht.

 

 

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