Red Skin # 1: Welcome to America

Red Skin Bd. 1: Welcome to America Wir schreiben das Jahr 1977. Der Kalte Krieg zwischen den USA und der UdSSR befindet sich auf einem Höhepunkt. Das Zustandekommen der SALT Verträge steht ohnehin auf tönernen Füßen und gerät noch mehr ins Wanken, als eine faschistische Bewegung in den USA mehr und mehr Zuwachs erhält.

Gallionsfigur dieser Bewegung ist der Zimmermann, der scheinbar über übermenschliche Kräfte in der Tradition der Comic Superhelden verfügt. Dies sehen die UdSSR als Gefahr und Chance zugleich. Ihre Antwort ist Propaganda und so senden sie gegen ihren Widerstand mit Vera Jelnikoff eine Spezialagentin undercover in die USA. Sie soll mit Hammer und Sichel bewaffnet den Zimmermann besiegen.

Der vorliegende Band ist eine herrliche Persiflage auf das Agenten Genre. Natürlich finden wir Anspielungen auf den Vater aller Agenten, James Bond. Vera entscheidet sich allerdings bei der Wahl ihrer Ausrüstung eben nicht für High-Tech Waffen, sondern für Hammer und Sichel.

Vom Westen und den Verführungskünsten des Kapitalismus hat sie nicht die geringste Ahnung. Vera kennt nur die gute, alte Planwirtschaft und den Kommunismus. Dorison nutzt diesen Ansatz für aberwitzige Szenen wie Veras Suche nach der Schlange für Konserven in einem Supermarkt. Doch ihre Unkenntnis, die stellenweise schon an Naivität grenzt, aber auch erklärt wird, macht sie durch ihre Gradlinigkeit, Spontanität und Improvisationskunst wett.

Nicht zufällig spielt die Handlung in Kalifornien. Spuren führen Vera natürlich ins Film Business, das auch seine Schattenseiten hat. Auch die leichtlebige, selbst für amerikanische Verhältnisse als oberflächlich kritisierte Einstellung der Kalifornier wird auf die Schippe genommen. Im Hintergrund mag Hotel California von den Eagles ertönen.

Der Plot funktioniert natürlich nur mit einem Zeichner wie Terry Dodson. Vera Jelnikoff zeichnet er nahezu wie ein Pin up Girl, ohne jedoch zu sehr zu persiflieren. Sicher, oft sieht man sie in einer Pose, aber Vera agiert zu naiv und verspielt, um sie und damit auch den Plot in einer trögen Fleischbeschau verkommen zu lassen.

Natürlich muss man sich als Leser auf die sehr spezielle Handlung einlassen können und ich räume gern ein, dass ich erst Spaß an der Story hatte, als ich sie als Persiflage erkannt habe. Dies hat dann dazu geführt, dass ich den Band noch einmal von Anfang an gelesen habe.

Bisher wissen wir noch nicht, wie viele Bände dieser Serie umfassen wird. Solange aber Dorison so geniale Einfälle hat, sollen es sehr viele werden.

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