Trigan # 3: Elekton in Aufruhr

TRIGAN+BAND+3 Band # 3 von Trigan umfasst die Episoden Aufstand der Loka, Krieg mit Herikon sowie Revolution in Zabriz.

Gleich die erste Story bringt die wieder erstarkten Loka als Gegenspieler zurück. Der Ansatz, Trigan von innen heraus zu schwächen, um es dann zu vernichten, ist von Butterworth gut und klug gesetzt. Lawrence setzt die Wandlung Trigos von einem klugen Herrscher zu einem Tyrannen mit einem gewissen Drang zur Selbstzerstörung optisch meisterhaft um. Der Wahnsinn blickt dem Leser aus Trigos Augen buchstäblich entgegen und erinnert in seiner Lust am Untergang an den römischen Kaiser Nero.

Klug gesetzt ist auch die Wendung, dass Trigo nunmehr umsichtiger mit den Loka umgehen möchte, nachdem sie sich zunächst von den ständigen Patrouillenflügen gegängelt fühlten. Gerade deswegen ist es schon ein wenig überraschend, dass die Loka heimlich eine Armee mit solch einer Schlagkraft aufbauen konnten, aber solche Lücken kennen wir ja von Butterworth bereits. Trigan ist als Serie auch viel zu klassisch, um solche Lücken allzu kritisch zu hinterfragen.

Bei der Episode Krieg mit Herikon handelt es sich zweifelsohne um die bisher beste Story. Butterworth führt mit Herikon ein Reich jenseits des großen Meeres hinzu, das es an Größe und Macht mit Trigan aufnehmen kann. Dennoch schließen beide Reiche nicht nur einen Friedens- und Handelsvertrag ab, sondern vertiefen dieses Bündnis über die Ehe Trigos mit Ursa, der Schwester des Königs von Herikon. Wie es dann doch zum Krieg zwischen beiden Reichen kommt, ist ein echter Treppenwitz und gleichzeitig der Tatsache geschuldet, dass beide Völker im Grunde von Krieger geführt werden. Die Pfade der Diplomatie gehören nicht zu ihren Grundtugenden und im Grunde kommt es dann auch deswegen zum Krieg, weil noch nicht alle Gesetze den neuen Gegebenheiten eines kultivierten Reiches angepasst sind.

Lawrence hat bei der Darstellung der Schlachten mit den Loka schon wahre Wunderdinge aufs Papier gebracht. Hier legt er noch einmal deutlich zu, auch wenn das eigentlich unmöglich erscheint.

Eine völlig neue Ausrichtung hat dann die abschließende Story des Bandes. Trigo wird zum Kaiser gekrönt und ohne Frage ist sein Reich unter seiner Führung schnell expandiert. Dass allzu rasche Expansion nicht immer von Vorteil ist, erfahren wir hier. So hat sich im abgelegenen Zabriz mit Akkan ein ruchloser Statthalter zu einem wahren Despoten aufgeschwungen, der das dortige Volk versklavt. Von diesem Ausmaß der Dinge ahnt Trigo noch nichts, als er Janno nach Zabriz schickt, um die Kunst des Regierens zu lernen und nach dem Rechten zu sehen. Etwas überrascht darf man als Leser sein, dass Trigo seinem Neffen offenbar nicht die Reife zutraut, die es benötigt, das Reich würdig zu vertreten. Anders ist es nicht zu erklären, dass Trigo Janno aus der Ferne entmachtet, ohne Akkans Nachricht inhaltlich zu hinterfragen. Dies korrespondiert wieder interessanterweise mit dem Stapel Akten, den Trigo auf seinem Schreibtisch vorfindet und mit dem er reichlich wenig anfangen kann. Er ist halt nach wie vor ein Krieger, der auch entsprechend impulsiv handelt.

Alles in allem entwickeln Butterworth und Lawrence die Serie weiterhin konsequent fort und es macht Spaß, dies zu verfolgen. Die Gradlinigkeit des Erzählstils ist natürlich nach wie vor unübersehbar, aber als Trigan Leser weiß man, damit umzugehen. Und für den Rest gibt es den unglaublichen Don Lawrence.

 

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