Star Wars: Kanan – Der letzte Padawan

STAR+WARS+SONDERBAND%3A+KANAN+-+DER+LETZTE+PADAWAN Mit dem vorliegenden Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Star Wars: Kanan – The last Padawan # 1-6.

Konzentrieren sich die bisher von Panini veröffentlichten Star Wars Stories schwerpunktmäßig auf die Zeit zwischen Episode IV und V, gehen wir hier ein Stück weiter zurück an das Ende der Episode III.

Betrachtet man sich die neue Trilogie der Star Wars Filme, dürfte die Order 66 der dramaturgische Höhepunkt sein – vielleicht sogar auch noch vor der Wandlung von Anakin Skywalker zu Darth Vader weil diese leider nicht so inszeniert war, wie sich das die Star Wars Fans erwünscht hatten.

Die Order 66 ist auch hier der Wendepunkt der Story, denn nach Ausführung der Order 66 Caleb Dumes Unterweiserin in der Macht, Depa Billaba, wird hierbei getötet.

Caleb schlägt sich nun buchstäblich durch die Galaxie, wird von den Handlangern des Imperiums verfolgt und wird so zum Schmuggler.

Greg Weisman legt eine Story vor, die überraschend wenige Kenntnisse der Star Wars Saga voraussetzt. Dennoch werden sich auch Kenner von Star Wars rasch mit dieser Story anfreunden. Diese Leistung ist bei der Continuity-lastigen Star Wars Saga nicht zu unterschätzen. Natürlich gibt es auch Querverbindungen zum Film, die man aber als Leser nicht zwingend als solche erkennen muss, um der Story folgen zu können. Hierzu zählt beispielsweise die Warnung Obi-Wans, nicht zum Palast der Yedi zurückzukehren, weil es sich um eine Falle handelt.

Wir werden also nicht nur Zeuge, wie die Republik und die Yedi fallen, sondern sehen dies aus der Perspektive eines jungen Padawan, der mit Sarkasmus und Verbittertheit auf die neue Situation reagiert.

Dabei ist Caleb auch ein gewöhnlicher Teenager, der Orientierung sucht und versucht, sich an die Werte der Yedi zu erinnern, aber auch erkennen muss, dass diese ihm beim Überleben nicht immer weiterhelfen. Hierfür hat er zwei Symbole – einen Würfel, der ihm von Depa übergeben wurde, aber dessen Möglichkeiten, ihn als Artefakt einzusetzen, von Weisman überraschend nicht genutzt werden und sein Lichtschwert, das er versteckt, um sich nicht als Yedi zu enttarnen.

Caleb schließt Freundschaften oder geht Zweckgemeinschaften ein. Dabei hat er stets 2 Ziele im Auge – Überleben und dem Imperium schaden, auch wenn seine Schmugglertätigkeit bestenfalls kleine Nadelstiche sind.

Wir befinden uns auf Planeten, die wir so noch nicht gekannt haben. Und genau diese Erweiterung tut der Story gut, denn auf neuen Planeten kann Weisman neue Pfade beschreiten, was er auch erfolgreich tut. Ferner nutzt Weisman jede Gelegenheit, Caleb eine Tiefe zu verleihen, wie man sie heutzutage in Comics leider nur noch selten vorfindet. Hinzu kommt, dass auch seine Nebenfiguren – nicht einmal die Klone – eindimensional sind. Die Dialoge sind – dem Artwork angepasst – ungeheuer dynamisch und sehr auf den Punkt gebracht. Ich denke, dass hier auch der Übersetzer eine hervorragende Arbeit geleistet hat.

Neben der Dynamik des Artworks besticht es durch die Mimik, die Pepe Larraz den Charakteren ins Gesicht zaubert. Seine Stärke ist die Darstellung von Emotionen, während seine Figuren stellenweise schon fast animiert wirken.

Das Ende ist mit einem solch raffinierten Cliffhanger versehen, das es förmlich nach einer Fortsetzung schreit. Hoffentlich dauert dies nicht allzu lang.

Alles in allem wird diese Ausgabe nicht nur Star Wars Fans, sondern auch Comicleser begeistern.

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