Black Widow # 3

 Mit dem vorliegenden Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Black Widow # 13-20. Gleichzeitig handelt es sich um den Abschlussband dieser bemerkenswerten Serie. Die Handlung findet noch vor Battleworld statt.

Die Handlung setzt genau da ein, wo sie mit Band # 2 endete. Black Widow befindet sich in einer Art Privatfehde mit Chaos, einer scheinbar übermächtigen Verbrecherorganisation, die anonym bleibt und gleichzeitig omnipräsent erscheint.

Der Plot ist ungemein spannend. Die Spannung basiert zunächst einmal darauf, dass die Widow Chaos ein Gesicht geben muss, um diese Organisation auch tatsächlich bekämpfen zu können. Die Vorgehensweise, eine namensliste abzuarbeiten, ist typisch für das Spionagegenre und daher auch nicht wirklich spektakulär. Es ist dann die atmosphärische Dichte, die den Plot so intensiv macht. Auch die Isolation des Hauptcharakters sind genreübliche Versatzstücke, die Richardson geschickt einsetzt. Werde die Rächer noch SHIELD können der Widow helfen.

Die Auflösung um Chaos ist in jedem Fall überraschend, aber nachvollziehbar, was die Omnipräsenz dieser Organisation betrifft. Dennoch wäre genau hier ein Mehr an Hintergrund zu Chaos wünschenswert gewesen. Nachvollziehbar ist dann allerdings, dass das für die Widow ab einem bestimmten Zeitpunkt keine Rolle mehr spielt, sondern dass sie nur noch den Job erledigen will. Dabei verblüfft die Erzählung mit einem permanent wechselnden Setting, das gleichzeitig so etwas wie die letzte Versuchung der Widow nach einem völlig „normalen Leben“ beinhaltet.

Der zweite Handlungsstrang zeigt uns Natashas Vergangenheit. Dabei wird ihre Ausbildung gestreift und mündet in ihrem ersten Einsatz auf Kuba. Richardson setzt hier wohl bewusst auf den Kontrast zwischen der Heldin der Gegenwart und der eiskalten Killerin, die vom Room ausgebildet wurde und sich zunächst auch absolut linientreu verhielt. Klar wird so auch noch einmal, warum die Widow ihre Stiftung gegründet hat, mit der sie Wiedergutmachung für ihre Taten der Vergangenheit begangen hat. Dieser Handlungsstrang bildet einen klaren Kontrast zur Heldin bzw. Rächerin, die sie eigentlich in den Comics verkörpert.

Phil Notos Artwork ist und bleibt herausragend, gerade weil die Dialoge Richardsons oft lakonisch sind und es dadurch automatisch in den Vordergrund tritt.

Wer nun auf den Geschmack dieser Serie gekommen ist, kann sich die anlässlich der Leipziger Buchmesse als Special erscheinenden Box mit allen 3 Bänden zulegen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s